SNB passt Verzinsung von Sichtguthaben erneut nach unten an
Zürich – Die Schweizerische Nationalbank (SNB) nimmt erneut eine Anpassung bei der Verzinsung von Sichtguthaben vor. An der geldpolitischen Ausrichtung ändert sich damit nichts.
Die SNB reduziert den Faktor für die Limite, die bei der Verzinsung mindestreservepflichtiger Girokontoinhaber zur Anwendung kommt, wie es in einer Mitteilung vom Montag heisst. Per Anfang August werde dieser von 15 auf 13,5 gesenkt.
Auf Sichtguthaben bis zu dieser Limite kommt der SNB-Leitzins zur Anwendung. Sichtguthaben über der Limite werden zum SNB-Leitzins abzüglich eines Abschlags verzinst. Die Berechnungsgrundlage der Limiten bleibt laut SNB unverändert. Ausserdem werden Sichtguthaben, die zur Erfüllung der Mindestreserven gehalten werden, nicht verzinst, so das Communiqué weiter.
Die SNB hatte den Faktor in den vergangenen Monaten schon mehrfach gesenkt, zuletzt per Anfang März auf 15 von 16,5.
Keine Änderung der Geldpolitik
An der aktuellen geldpolitischen Ausrichtung ändere sich durch die Anpassungen nichts, betonte die SNB. Die Anpassungen sollen vielmehr eine weiterhin effektive Umsetzung der Geldpolitik sicherstellen und einen aktiven Geldmarkt unterstützen.
Die Faktorsenkung wirke vielmehr dem Anstieg der Limiten wegen der Erhöhung des Mindestreserveerfordernisses per 1. Juli 2024 entgegen. Die Nationalbank überprüft die Verzinsung der Sichtguthaben regelmässig und nimmt bei Bedarf Anpassungen vor.
Das Total der Sichtguthaben bei der Nationalbank umfasst als grössten Posten die Girokonten inländischer Banken. Diese Sichtkonten bilden die Grundlage für die Steuerung der Liquidität am Frankengeldmarkt durch die Nationalbank. Über die Verzinsung der Sichtguthaben beeinflusst die Nationalbank somit das Zinsniveau am Geldmarkt. (awp/mc/pg)