467,5 Millionen für Strassen- und Bahnausbau im Prättigau

467,5 Millionen für Strassen- und Bahnausbau im Prättigau
Regionalzug der Rhätischen Bahn im Prättigau. (Foto: RhB)

Chur – Im Prättigau werden zwischen Fideris und Küblis die Trassen der Nationalstrasse N28, der Linie Landquart-Davos der Rhätischen Bahn (RhB) und der Lokalstrasse Fideris-Küblis auf einer Länge von 3,5 Kilometern vollständig neu angelegt. Die Gesamtkosten betragen 467,5 Millionen Franken.

Im Rahmen der Neutrassierung wird die RhB-Linie ab Fideris gemäss einer Mitteilung der Rhätischen Bahn vom Mittwoch leicht gegen Süden verlegt und verläuft anschliessend ab der heutigen Station Fideris durch den neuen, 1385 Meter langen Fiderisertunnel.

Nach dem Tunnel führt die Strecke über eine 200 Meter lange Brücke. Um im weiteren Streckenverlauf in Richtung Küblis die Hochwassersicherheit zu gewährleisten, sind eine neue Arieschbach- und eine neue Landquartbrücke Dalvazza erforderlich. Insgesamt sind auf dem 750 Meter langen Abschnitt zwischen Äuli und Dalvazza für die drei Verkehrsträger gemäss RhB sieben neue Brücken und ein längeres Stützbauwerk erforderlich.

Durch die Aufhebung des RhB-Trassees in der Talsohle wird der notwendige Raum für die getrennte und sichere Führung der neuen National- und Lokalstrasse geschaffen.

Bahnhof Fideris wird aufgehoben
Die RhB hebt die Haltestelle Bahnhof Fideris aufgrund der Bauarbeiten per 2030 auf. Heute halten an dieser Station in Randstunden noch einzelne Züge. Das geschützte Bahnhofsgebäude wird verschoben und bleibt erhalten.

Der Grund für das umfangreiche Bauprojekt: Auf dem Abschnitt zwischen Fideris und Küblis liegen die Strasse und die Linie der RhB in einem engen Talabschnitt nahe beieinander. Das führt zu Einschränkungen. So kann die RhB auf diesem Abschnitt nur mit 45 Stundenkilometern verkehren und auch auf der Nationalstrasse N28 führen die engen Radien und die schmale Fahrspur zu einer Geschwindigkeitsreduktion.

Das ändert sich nach dem Bauprojekt, welches bis 2037 andauert. Die Trassierung der N28 wird begradigt und lässt durchgehend Geschwindigkeiten von 80 km/h zu. Die neue Bahninfrastruktur wird auf eine maximale Geschwindigkeit von 120 km/h erstellt.

Mit dem Bau des neuen Teilstücks kann der Langsamverkehr künftig über die bestehende Strecke geführt werden. Weiter wird mit dem Projekt gemäss RhB-Mitteilung der Schutz vor Naturgefahren erhöht und die heutige Beanspruchung des Gewässerraums reduziert. «Zusätzlich resultiert für den Bahnverkehr ein Zeitgewinn von über zwei Minuten», schreibt die RhB.

Bauarbeiten dauern bis 2037
Die Bauarbeiten beginnen gemäss Mitteilung der RhB voraussichtlich 2028. Der Fiderisertunnel soll 2034 in Betrieb genommen werden, bevor 2035 bis 2037 die Nationalstrasse und die Lokalstrasse neu gebaut werden.

Die Kosten von 467,5 Millionen Franken setzen sich aus 169 Millionen für die Strasseninfrastruktur und 298,5 Millionen Franken für die Bahninfrastruktur zusammen. Der Bund übernimmt gemäss RhB-Mediensprecher Simon Rageth 100 Prozent der Bahn- und 92 Prozent der Strassenkosten. Die fehlenden acht Prozent bei den Strassenkosten finanziert der Kanton Graubünden. (awp/mc/pg)

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