BDO Business Campus – hier werden die Grundlagen der Buchhaltung gelernt, trotz KI
Zürich – BDO Schweiz lanciert zum Start des diesjährigen Lehrjahres ein neues Ausbildungsprogramm für Treuhandlernende: den BDO Business Campus. Die Teilnehmenden erwerben und festigen grundlegende Kenntnisse im Treuhandwesen – Inhalte, die im KI-Zeitalter zunehmend softwaregestützt vermittelt werden und dadurch an fachlicher Tiefe verlieren. Der BDO Business Campus dient als Ergänzung zur regulären kaufmännischen Ausbildung sowie zu den überbetrieblichen Kursen (üK).
Mit der zunehmenden Automatisierung in Unternehmen fallen klassische Einstiegs- und Routineaufgaben zunehmend weg – unter anderem in der Buchhaltung. Gleichzeitig hat das Fach Rechnungswesen in der regulären KV-Ausbildung an Gewicht verloren. Für angehende Treuhänderinnen und Treuhänder sind fundierte Grundkenntnisse im Rechnungswesen jedoch bereits ab dem ersten Arbeitstag essenziell.
BDO ist mit 92 Lernenden schweizweit die grösste Ausbildnerin in der Treuhandbranche. Mit dem BDO Business Campus setzt das Unternehmen bewusst neue Massstäbe in der Nachwuchsförderung. «Da 85 % unserer Lernenden im Bereich Treuhand tätig sind, sehen wir uns als Unternehmen in der Verantwortung, die Buchhaltungskompetenzen gezielt aufzubauen», erklärt Christoph Scholl, COO und Partner bei BDO Schweiz.
Pilotstart im August 2026 – auch Externe sind willkommen
Das Pilotprogramm startet diesen August mit rund 30 Lernenden des ersten Lehrjahres, vorwiegend aus der Treuhandbranche sowie vereinzelt aus dem Bereich Dienstleistung und Administration. Über insgesamt 60 Ausbildungstage, verteilt auf die drei Lehrjahre, erwerben sie fundierte Kenntnisse in Buchhaltung und Rechnungswesen sowie Kompetenzen in den Bereichen Kommunikation, Beratung und Digitalisierung. Im Zentrum steht eine praxisnahe, betriebliche Ausbildung: Die Teilnehmenden eignen sich unter anderem das systematische Buchen an.
«Sobald die Grundlagen sitzen, folgt der Schritt zur modernen Arbeitsweise: Die Auszubildenden lernen, automatisierte Prozesse und interne Machine-Learning-Anwendungen bereits während ihrer Lehre gezielt zu steuern. Dank ihres fundierten Verständnisses der Buchhaltung können sie die Ergebnisse fachlich einordnen und zuverlässig überprüfen», so Scholl.
Bereits im Pilotdurchgang nehmen auch Treuhandlernende aus anderen Unternehmen teil – ein Angebot, das künftig weiter ausgebaut werden soll. Darüber hinaus umfasst das Pilotprojekt spezifische Ausbildungsformate für Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger sowie Personen mit Matura- oder Hochschulabschluss.
Die zentrale Vermittlung der Inhalte gewährleistet eine einheitlich hohe Ausbildungsqualität und entlastet gleichzeitig die Praxisbildnerinnen und Praxisbildner. Mit seinem umfassenden Ausbildungsprogramm für Treuhandlernende ist das Pilotprojekt von BDO in dieser Form schweizweit einzigartig.
Weniger Buchhaltung in der KV-Ausbildung
Seit der KV-Reform 2023 wird das Handwerk der Buchhaltung in der regulären Ausbildung im ersten und zweiten Lehrjahr als integrierte finanzielle Allgemeinbildung und stark softwarebasiert vermittelt. Erst im dritten Lehrjahr kann es über die Wahloption «Finanzen» vertieft werden. Eine Ausnahme bildet das KV mit Berufsmaturität (BM1): Hier wird Finanz- und Rechnungswesen weiterhin über alle drei Jahre als eigenständiges, vertieftes Schulfach geführt.
«Dass das Fach Rechnungswesen im regulären KV ohne BM zurückgefahren wurde, ist nachvollziehbar: Die Treuhandlernenden machen nur einen Bruchteil aller KV-Auszubildenden aus, und das vertiefte Erlernen von Buchungssätzen ist für viele der 19 KV-Branchen im Berufsalltag nur bedingt relevant», sagt Scholl und betont: «Der BDO Business Campus soll die Ausbildung in der KV Business School sowie die überbetrieblichen Kurse (üK) der Organisation kaufmännische Grundbildung Treuhand (OKGT) gezielt ergänzen und nicht ersetzen.» (BDO/mc/ps)