Europa-Verlauf: Weitere Gewinn dank guter Vorgaben
Paris/London/Zürich – Europas Aktienmärkte haben am Freitag Gewinne verzeichnet. Die massive Erholung der Halbleiteraktien in Asien und den USA liess die Märkte aufatmen. Damit flachten die Sorgen über eine anhaltende Talfahrt des Sektors, die auf den Gesamtmarkt übergreifen könnte, zunächst ab.
«Die Investoren lassen sich von den geopolitischen Entwicklungen im Nahen Osten nicht mehr stark beeinflussen» stellte Marktstratege Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets fest. «Auch die starke Gegenbewegung bei den Halbleiterunternehmen verhilft den europäischen Aktienmärkten zum Wochenschluss zu neuer Kursdynamik.»
Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx50 stieg am Mittag um 0,47 Prozent auf 6.278,36 Punkte. Ausserhalb des Euroraums gewann der Schweizer SMI 0,35 Prozent auf 14.443,03 Punkte. Der britische FTSE 100 stieg um 0,52 Prozent auf 10.953,41 Punkte.
Einmal mehr brachten Quartalszahlen Schwung. Zu den positiven Überraschungen gehörten Saint-Gobain. Die Geschäfte des französischen Baustoffkonzerns hatten sich nach einem schwachen Jahresauftakt im zweiten Quartal belebt. Der Konzern habe die Erwartungen auf breiter Basis übertroffen, lobten die Analysten der RBC. Die Aktie kletterte um acht Prozent.
Titel von Holcim rutschten dagegen nach einem festeren Handelsstart ins Minus. Der Zementkonzern hatte mit seinen Halbjahreszahlen die Markterwartungen zwar übertroffen und den Ausblick erhöht. Eine Reihe von Investoren hätte beim Betriebsgewinn aber eine kräftigere Erhöhung des Ausblicks gewünscht. Die Aktie sank um 1,6 Prozent.
Im Bankensektor glänzte mit Crédit Agricole ein weiteres Institut mit guten Zahlen. Die Analysten von RBC sprachen von soliden Ergebnissen. Der Kurs kletterte um 3,5 Prozent. Nicht ganz so gut kamen die Zahlen von Axa an. Solide, aber unspektakulär, hiess es hierzu von der RBC. Die Aktie trat auf der Stelle.
Am Ende des Feldes lagen dagegen abgeschlagen die Medienwerte. Der Sektor litt unter dem Einbruch des Schwergewichts Universal Music , das um über 24 Prozent einbrach und ein neues Rekordtief verzeichnete. Der Kurs reagierte damit auf die Quartalszahlen. Bei Bernstein war gar von einer Enttäuschung auf allen Ebenen die Rede. Nach den schwachen Zahlen zum ersten Quartal habe man nun eigentlich auf eine Verbesserung gesetzt. (awp/mc/pg)
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