Arosa Bergbahnen starten Generationenprojekt über 67 Millionen Franken

Arosa Bergbahnen starten Generationenprojekt über 67 Millionen Franken
So soll sich die Bergstation Hörnli in Zukunft präsentieren. (Bild: Arosa Lenzerheide)

Arosa – Nach über 40 Jahren erfolgreichem Betrieb machen die Arosa Bergbahnen das Hörnli fit für die Zukunft und ersetzen Hörnliexpress und Sesselbahn durch zwei moderne Bahnanlagen.

Im Hörnligebiet entsteht ein Infrastrukturprojekt mit zukunftsweisender Bedeutung für die Arosa Bergbahnen. Mit einer neuen 10er-Gondelbahn und einer neuen 8er-Sesselbahn, umfassenden Pistenanpassungen sowie dem Ausbau der technischen Beschneiung investieren die Arosa Bergbahnen insgesamt CHF 67,1 Mio. in die Zukunft ihres Schneesportgebiets. Es handelt sich um die grösste Einzelinvestition in der Geschichte des Bergbahnunternehmens und um ein Generationenprojekt für Gäste, Einheimische und die gesamte Tourismusregion. Die vollständige Inbetriebnahme ist auf die Wintersaison 2028/2029 vorgesehen.

Der Masterplan Hörnli ist ein zentraler Baustein für den langfristigen Betrieb und die strategische Weiterentwicklung des Schneesportgebiets Arosa Lenzerheide. Die Hörnli-Achse bildet den direkten Zubringer zur Urdenbahn und damit zur zentralen Verbindung zwischen den Gebietsteilen Arosa und Lenzerheide. Die Sicherstellung dieser Erschliessungsfunktion ist sowohl für die Attraktivität des Gesamtgebiets als auch für die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Arosa Bergbahnen von entscheidender Bedeutung.

Gesamtförderleistung steigt leicht
Die Förderkapazität wird gegenüber dem heutigen System aus Gondel- und Sesselbahn nur geringfügig angepasst. Die Gesamtförderleistung steigt von 4450 auf 4600 Personen pro Stunde. Damit orientiert sich die Auslegung am effektiven Bedarf und verhindert bewusst Überkapazitäten. Im Vordergrund stehen die Modernisierung der Infrastruktur, die Steigerung des Gästekomforts sowie die langfristige Sicherung der Erschliessung.

Bestandteil des Masterplans sind zudem der Ausbau der technischen Beschneiung und umfassende Pistenanpassungen. Ziel ist eine durchgehend beschneite und qualitativ hochwertige Erschliessung des Hörnligebiets sowie eine optimierte Gästelenkung. Mit zusätzlichen Investitionen von rund CHF 17 Mio. zwischen 2026 und 2028 wird die Attraktivität des Teilgebiets nachhaltig gestärkt. Im Gegenzug werden einzelne, betrieblich wenig zweckmässige Pistenabschnitte aufgehoben.

Zwei neue Bahnanlagen
Mit den beiden neuen Bahnanlagen entsteht am Hörnli eine Infrastruktur, welche Generationen von Gästen über Jahrzehnte hinweg begleiten wird. Moderne Technik, hoher Komfort und eine zurückhaltende Integration in die Berglandschaft verbinden sich zu einem nachhaltigen Gesamtprojekt mit Weitblick. Der Verwaltungsrat hat den Auftrag für Produktion, Lieferung und Montage beider Bahnanlagen inklusive Steuerungstechnik an die Bartholet Ropeways AG in Flums vergeben. Mit dem Aufbau einer neuen Technikplattform innerhalb der HTI Gruppe sind beide Bahnanlagen mit modernster Ropera-Technik ausgerüstet.

Betrieb im FOB-Modus
Sowohl die 10er-Gondelbahn, welche den bestehenden 6er-Hörnliexpress aus dem Jahre 1986 ersetzt, wie auch die 8er-Sesselbahn werden mit modernster, geräuschoptimierter Technologie ausgerüstet und ermöglichen den Betrieb im sogenannten FOB-Modus (Fahren ohne Betriebspersonal). Die Talstation verbleibt am heutigen Standort. Das Stationsgebäude wird erweitert und schafft die Voraussetzungen, um in einer späteren Etappe zusätzlich sieben Personalstudios zu den bereits bestehenden acht Personalwohnungen zu realisieren.

Die neue Gondelbahn benötigt mit 13 Stützen deutlich weniger Bauwerke als die bestehende Anlage mit 25 Stützen. Die Bergstation wird am heutigen Standort der 4er-Sesselbahn errichtet. Dieser Bereich bietet aus geologischer Sicht optimale Voraussetzungen für die neue Anlage.

Auch die neue 8er-Sesselbahn erhält eine angepasste Linienführung. Sie wird parallel zur Gondelbahn geführt und kommt ohne die heutige Unterführung aus. Die neue Talstation im Bereich Schönboden-Herrabach ermöglicht eine längere und schneesichere Talabfahrt innerhalb des Hörnligebiets. Die Bergstation entsteht in unmittelbarer Nähe der heutigen Bergstation des Hörnliexpress. Die Stationsgebäude der 6er-Gondelbahn (Berg) und der 4er-Sesselbahn (Tal und Berg) sowie die Streckenelemente werden vollständig zurückgebaut.

Bau erfolgt in Etappen bis Ende 2028
Die Realisierung der Gebietsentwicklung Hörnli erfolgt in mehreren Bauetappen. Bereits im Sommer 2026 starten die ersten Arbeiten mit Pistenanpassungen, dem Ausbau der technischen Beschneiung sowie der Verlängerung des bestehenden Wirtschaftswegs zur künftigen Talstation der neuen 8er-Sesselbahn im Gebiet Herrabach.

Im Sommer 2027 folgen weitere Infrastrukturarbeiten. Dazu gehören insbesondere der Bau der neuen Talstation der 8er-Sesselbahn inklusive Garagierungsgebäude sowie die Erstellung der Fundamente für die beiden neuen Bahnanlagen. Parallel dazu werden die Arbeiten an den Pisten und Beschneiungsanlagen fortgeführt.

Der eigentliche Bahnersatz erfolgt im Sommer 2028. In dieser Bauphase werden die bestehende Gondelbahn und die bestehende Sesselbahn zurückgebaut und durch die neuen Anlagen ersetzt. Während dieser Zeit wird der Bahnbetrieb am Hörnli eingestellt. Die Inbetriebnahme der neuen 10er-Gondelbahn und der neuen 8er-Sesselbahn ist für Dezember 2028 vorgesehen.

Bei einem optimalen Verlauf des Plangenehmigungsverfahrens besteht zudem die Möglichkeit, den Bau der neuen 8er-Sesselbahn vorzuziehen. In diesem Fall könnte die Anlage bereits auf die Wintersaison 2027/2028 in Betrieb genommen werden. (pd/mc/pg)

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