VP Bank-Spotanalyse: US-Arbeitsmarkt enttäuscht
Die US-Wirtschaft hat im September mit Ausnahme des Landwirtschaftssektors 29’000 Stellen geschaffen. Die Arbeitslosenquote steigt von 4.1 % auf 4.2 %.
von Thomas Gitzel, Chief Economist VP Bank
Die Zahl enttäuscht. Nicht nur, dass im September deutlich weniger Stellen geschaffen wurden, als erwartet worden war, sondern auch der Vormonatswert wurde um knapp 30’000 Stellen nach unten revidiert.
Der Blick in die Details zeigt über die meisten Branchen hinweg eine kaum veränderte Beschäftigungssituation herrschte. Im Gesundheitssektor wurden mit einem Jobplus von 17’000 die meisten Stellen geschaffen. Im Finanzsektors kam es derweil zu einem Stellenabbau, der mit 7’000 Stellen jedoch moderat ausfiel.
Der Arbeitsmarktbericht wird die Fed in ihrem Ausblick moderater Zinsanhebungen bestätigen. Die Projektionen der Notenbankmitglieder haben auf eine weitere Zinsanhebung im laufenden Jahr hingewiesen. Die Notwendigkeit für aggressive Zinsanhebungen lässt sich jedenfalls aus dem heute veröffentlichten Wasserstandsbericht des US-Jobmarktes nicht ableiten.
Was auch zählt: Bislang sind keine Zweitrundeneffekte ersichtlich. Zwar wird die US-Inflationsrate im September aufgrund der höheren Energiepreise vermutlich auf 3.8 % steigen, doch die Kerninflationsrate dürfte sich nicht verändert haben. Somit werden auch weiterhin keine Preisüberwälzungen erkennbar sein, so dass die Fed zunächst auf Sicht fahren und behutsam an der Zinsschraube drehen wird. (VP Bank/mc)