1’450 Landwirtschafts-Betriebe innert Jahresfrist verschwunden

Weidende Kühe

Neuenburg – Im Jahr 2011 ist die Anzahl der Landwirtschaftsbetriebe erneut zurückgegangen. Mit insgesamt 57’600 Betrieben verzeichnete die Schweiz eine Abnahme von 1450 Einheiten gegenüber 2010. Die Anzahl der Bio-Betriebe hingegen ist im Jahr 2011 um 98 Einheiten auf 5760 Betriebe gestiegen. Damit machen sie rund 10 Prozent sämtlicher Betriebe aus.

Mit einer Zunahme von 6 Prozent auf über 10’000 ha hat sich die Fläche für Freilandgemüse zwischen 2010 und 2011 signifikant vergrössert. Im gleichen Zeitraum hat der Geflügelbestand um rund eine halbe Million Tiere auf 9,5 Millionen zugenommen. Diese Ergebnisse gehen aus der landwirtschaftlichen Betriebsstrukturerhebung 2011 des Bundesamtes für Statistik (BFS) hervor.

Rückläufige Tendenz bei Zahl der Landwirtschaftsbetriebe setzt sich fort
Im Jahr 2011 wurden in der Schweiz 57’600 Landwirtschaftsbetriebe mit insgesamt 164’000 Beschäftigten (davon 56% mit einem Teilzeitpensum unter 75%) registriert. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einem Rückgang um 1450 Betriebe (-2,5%). Die landwirtschaftliche Nutzfläche (LN) ist trotz dieser Abnahme seit 2010 nahezu unverändert geblieben (1’051’900 ha). In Bezug auf die bewirtschaftete Fläche wurde der Rückgang um 3,4 Prozent (-1720) bei den kleinen und mittleren Betrieben (weniger als 30 ha) teilweise kompensiert durch die Zunahme um 3 Prozent (+270) in der Kategorie der grössten Betriebe (30 ha und mehr).

Auf kantonaler Ebene wurde in Bern mit einem Minus von 258 Betrieben gegenüber 2010 der stärkste Rückgang verzeichnet (-2,2% auf 11’700 Einheiten). Deutliche Abnahmen wiesen auch die Kantone Wallis (-173 auf 3730), St. Gallen (-143 auf 4450) und Freiburg (-116 auf 3100 Einheiten) auf.

Graubünden im Bereich Bio-Landwirtschaft weiterhin an erster Stelle
BioDiese insgesamt rückläufige Tendenz ist auch über einen längeren Zeitraum zu beobachten. Zwischen 2000 und 2011 ist die Zahl der Landwirtschaftsbetriebe um 18 Prozent (-12’900 Einheiten) zurückgegangen, die LN hingegen hat im gleichen Zeitraum mit -1,9 Prozent (-20’600 ha) weniger stark abgenommen. Diese Konzentration wirkte sich auf die durchschnittliche Betriebsgrösse aus, die von 15,2 ha im Jahr 2000 auf 18,3 ha im Jahr 2011 angestiegen ist. Der Kanton Graubünden steht im Bereich biologische Landwirtschaft weiterhin an erster Stelle. Im Jahr 2011 haben rund 10 Prozent der Landwirtschaftsbetriebe (5760), und damit 98 mehr als im Vorjahr, nach den Richtlinien der biologischen Landwirtschaft gearbeitet. Diese Produktionsart erstreckte sich auf 11 Prozent (116’200 ha) der gesamten LN. An vorderster Position steht der Kanton Graubünden, der alleine 22 Prozent (1290 Einheiten) der Bio-Betriebe der Schweiz und 30’900 ha biologische LN – rund 56 Prozent der LN des Kantons – abdeckt.

Mit der Zunahme von 98 Einheiten zwischen 2010 und 2011 ist die Zahl der Bio-Betriebe erstmals seit dem Rückgang, der im Jahr 2006 eingesetzt hatte, wieder angestiegen. Auch die biologisch bewirtschaftete LN (116’200 ha) hat zugenommen, die Zahl blieb jedoch unter dem Rekordwert von 2005, als 117’100 ha von 6400 Betrieben bewirtschaftet wurden.

Über 10’000 ha für Freilandgemüse
Die landwirtschaftliche Nutzfläche der Schweiz umfasst 612’400 ha Naturwiesen und Weideland und 269’500 ha offene Ackerfläche. Der Rest entfällt auf Kunstwiesen (133’500 ha) und Dauerkulturen (23’500 ha) wie Reben und Obstanlagen. Mit einer Gesamtfläche von 1’051’900 ha im Jahr 2011 war die LN nahezu gleich gross wie im Jahr 2010 (1’051’700 ha). Der Verlust an offenen Ackerflächen  (-2500 ha) wurde durch die Zunahme der Kunstwiesen (+1800 ha) teilweise kompensiert. Die Kategorie Freilandgemüse weist eine Zunahme von 5,8 Prozent (+550 ha)  im Vergleich zum Vorjahr auf und verbuchte im Jahr 2011 insgesamt 10’000 ha (1% des Totals der LN). Seit dem Jahr 2000 hat der schweizerische Gemüseanbau damit 1550 ha dazugewonnen (+18%).

Zunahme des Geflügelbestandes um eine halbe Million
Anfang Mai 2011 erreichte der Geflügelbestand 9,5 Millionen, was rund eine halbe Million mehr ist als im Mai 2010 (+4,9%). Diese Zunahme ist in erster Linie auf die grössere Zahl der Mastpoulets zurückzuführen (+404’000 auf 5’984’000 Tiere).  Der Rinderbestand blieb mit 1’577’400 Tieren im Jahr 2011 relativ stabil (-0,9% gegenüber dem Vorjahr), der durchschnittliche Bestand pro Betrieb nahm jedoch weiter zu, von 38,7 Tieren im Jahr 2010 auf 39,1 Tiere pro Halterin bzw. Halter im Jahr 2011. (BFS/mc/ps)

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