2027 steigt globale Erwärmung auf 1,7 Grad
Graz – Forscher der Universität Graz schlagen in Bezug auf die Erderwärmung Alarm: 2026 liegt der Temperaturanstieg ihrer neuesten Prognose nach voraussichtlich bei 1,62 Grad Celsius, 2027 sogar bei 1,71 Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau.
Zuverlässige Prognose erstellt
Auch der langfristige Temperaturanstieg – ein Mittelwert über einen Zeitraum von 20 Jahren – überschreitet bereits ab 2026 das 1,5-Grad-Limit des Pariser Klimaabkommens, unterstreichen die österreichischen Wissenschaftler.
«Wir verstehen mittlerweile den Wärmeantrieb durch die menschgemachten Treibhausgasemissionen im Zusammenwirken mit natürlichen Schwankungen wie El Niño so gut, dass wir die Prognose zuverlässig erstellen konnten», erklärt Forscher Gottfried Kirchengast.
Kollision mit Pariser Abkommen
Der neuer Referenzdatensatz der Experten der Universität Graz zur globalen oberflächennahen Lufttemperatur seit 1850 zeige mit über 99 Prozent statistischer Sicherheit eine beschleunigte Zunahme seit 1980 und mittlerweile eine drastische Kollision mit den Pariser Klimazielen.
Die Erwärmung erreiche 2027 rund 1,55 Grad Celsius und überschreite bereits 2032 mit 1,7 Grad Celsius sogar das Grenzziel von «deutlich unter zwei Grad» aus dem Abkommen. «Ursache ist die fehlende Ambition beim Klimaschutz. Vermeidbar gewesene Klimagefahren wie die derzeitige extreme Hitzewelle in Europa sind die direkte Folge», sagt Kirchengast. (pte/mc/ps)