3-Säulen-Vorsorgesystem: Professionelles Asset Management gefragter denn je

Joe Bättig
Von Joe Bättig, Vorsorgeexperte und Vizepräsident des Verwaltungsrats von AgaNola AG. (Foto: AgaNola)

Kommentar von AgaNola-VRP Joe Bättig zu «Vorsorge und Asset Management» (Foto: AgaNola)

Der demographische Wandel ist nicht nur in aller Munde, er ist schon längst Realität. Das Strassenbild in Westeuropa ist von Menschen dominiert, welche die Hälfte ihrer Lebenszeit erreicht oder schon überschritten haben. Es ist erfreulich, dass immer mehr Menschen immer älter werden. Zudem sind in der Schweiz Pensionäre – die Golden Agers oder Silver Surfer –  noch nie so vermögend gewesen wie heute. Das dieser Zustand so anhält, ist aber alles andere als gesichert.  

Wer 40 oder 50 Jahre hart gearbeitet und für die Vorsorge eingezahlt hat, der darf zu Recht erwarten, dass er in der Zeit nach der Arbeit seinen Lebensstandard halten kann. Doch ist dies eine realistische Vision, wenn sich das Verhältnis von Beitragszahlern zu –Empfängern immer weiter zugunsten letzterer verschiebt? Wie kann vielmehr verhindert werden, dass die gar im boomenden Deutschland besorgniserregend schnell wachsende Altersarmut sich auch in der Schweiz einnistet?

AHV auf dem Prüfstand
Können wir wirklich ganz sorglos weiter auf das 3 Säulen-Vorsorgesystem bauen, um das uns die Welt beneidet? Lobhudelei und Selbstbeweihräucherung sind hier komplett fehl am Platz. Stattdessen sollten wir uns eingestehen, dass die AHV dringend reformbedürftig ist. Sie ist gar in die roten Zahlen gerutscht, wie kürzlich die Neue Zürcher Zeitung berichtete. Das ist nicht neu, aber besorgniserregend. Die Zeitung sagt gar den Kollaps in ferner Zukunft voraus, sollten keine einschneidenden Reformen erfolgen. 2014 gab die Sozialversicherung demnach 320 Millionen Franken mehr aus, als sie eingenommen hat. Das Minus des Umlageergebnisses ist um den Faktor 10 höher als vom Bundesamt für Sozialversicherungen prognostiziert. Würde die Reform der Altersvorsorge weiter auf die lange Bank geschoben, verschlechtere sich das Umlageergebnis von Jahr zu Jahr rapide. In den 2020er Jahren würden die Fehlbeträge mehrere Milliarden Franken betragen – pro Jahr.  Fakt ist – bei der AHV besteht akuter Reformbedarf, doch kurzfristige Änderungen sind wohl illusorisch. Das System der Hoffnung „die Kapitalerträge des AHV Fonds werden es schon richten“ ist keine nachhaltige Strategie!

Pensionskassen sind gefordert
Angesichts dieser strukturellen Probleme der AHV und der auf der Freiwilligkeit basierenden 3. Säule kommt den Pensionskassen bei der Sicherung der Altersvorsorge eine Schlüsselrolle zu. Die Prämisse muss sein, unter möglichst geringem Risiko eine maximale Performance zu erwirtschaften. Das ist im seit Jahren anhaltenden Tiefst-Zinsumfeld herausfordernd genug. Bei der Wahl ihrer Partner müssen Pensionskassen deshalb auf professionelle und spezialisierte Anbieter bauen, die ihr Handwerk verstehen. Und dazu gehört neben einem strategisch geführten Portfoliomanagement ein hochentwickeltes Risikomanagement. Es darf nicht in Vergessenheit geraten, dass namhafte und vermögensschwere Pensionskassen vor nicht zu langer Zeit durch die Verwerfungen in der Finanzkrise wegen Unterdeckung in die Bredouille geraten sind. Verstärkt wird diese Herausforderung durch die „verpolitisierten“ Rahmenbedingungen, wie dem hohen Umwandlungssatz zum Bestimmen der Renten und dem marktfremden Mindestzinssatz. Hier sind „Intensivstation-mässige“ Sofortmassnahmen ein Muss. Im Design des heutigen Pensionskassen-Systems liegen alle Risiken und Aufwendungen bei den Erwerbstätigen; dies dürfte auch von Politikern aller Couleur sicherlich nicht als fair bewertet werden.

Asset Management auf Spezialisierungskurs
Die Erträge der Pensionskassen können nur so gut sein wie die Asset Manager, welche die Vermögen managen. Das Anlegen dieser Vorsorgegelder darf nicht mehr die „Freitagnachmittagsbeschäftigung“ eines Buchhalters sein. Vielmehr sind Anbieter mit Spezialisten Know-how zunehmend gefragt. Der unter anderem auf Wandelanleihen spezialisierte Asset Manager AgaNola ist hier ein Beispiel. Wir wenden einen systematischen Investmentansatz an, der auf überdurchschnittliche Renditen abzielt. Die Entscheidungsprozesse berücksichtigen hierbei quantitative wie auch qualitative Kriterien und stellen eine strikte Risikokontrolle auf verschiedenen Ebenen sicher. AgaNola verwendet in der Analyse unterschiedliche Bewertungskriterien, um anhand von Fundamentaldaten, Preisentwicklungen und marktpsychologischen Daten, Opportunitäten zu identifizieren und profitabel umzusetzen. Der Investmentprozess wird einerseits breit diversifiziert und risikooptimiert umgesetzt, um den institutionellen Investoren einen effizienten, transparenten Zugang zum Anlageuniversum zu gewähren; mit dem Ziel, ein besseres Risiko-Rendite-Profil zu erreichen.

Fazit: Bei der Sicherung der Zukunftsfähigkeit unseres 3-Säulen-Vorsorgesystems stehen wir vor gewaltigen, aber lösbaren Herausforderungen. Es gilt, alle Register zu ziehen – und zu handeln, statt zu lamentieren. Notwendige Reformen müssen konsequent angepackt, die Eigenverantwortung der Versicherten weiter gestärkt und deren Erwartungen an die sich verändernden Realitäten angepasst werden. (AgaNola/mc/ps)

Über den Autor:
Joe Bättig ist Verwaltungsratspräsident des in Pfäffikon SZ domizilierten Asset Management-Spezialisten AgaNola. Er blickt auf mehr als 30 Jahre Erfahrung im Versicherungs- und Vorsorgebereich zurück. Der diplomierte Mathematiker promovierte 1980 an der ETH Zürich. In den Jahren 1980 bis anfangs 2014 hatte Bättig diverse Top Managementpositionen bei führenden Versicherungsgesellschaften inne, davon lange Jahre bei der Zurich Group.  Er präsidierte diverse Branchenverbände und -organisationen und setzte sich für eine qualitative Verbesserung der Ausbildung im Finanzbereich ein.

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