85 Prozent der Meere sind überfischt

Blauflossen-Thunfisch

Besonders stark bedroht: Blauflossen-Thunfisch.

Zürich – Zum Weltmeerestag (8. Juni) warnt der WWF vor der Plünderung der Ozeane. 85 Prozent der Fischbestände sind bereits überfischt oder bis an ihre Grenzen befischt. Und 40 Prozent der Fänge landen als ungewollter Beifang in den Netzen. Meist werden diese Fische und Meerestiere tot wieder über Bord gekippt. Wenn wir jetzt nicht handeln, werden die globalen Fischbestände bis 2050 zusammenbrechen.

Zu den grössten Bedrohungen der Meere gehören die Überfischung durch industrielle Fangflotten und zerstörerische Fangmethoden wie der Einsatz von Bodenschleppnetzen. Aber auch die Verschmutzungen durch Industrieabwässer und Schifffahrt sowie der Düngemitteleintrag aus der Landwirtschaft bedrohen die Ozeane und damit die Lebensgrundlage von Millionen Menschen.

Illegale Praktiken
„Wenn wir jetzt den Fischfang nicht einschränken, werden die globalen Fischbestände bis 2050 zusammenbrechen“, warnt Mariann Breu, Fischexpertin beim WWF Schweiz. Der WWF setzt sich ein für eine Reduzierung der Beifänge durch innovative Fangmethoden, die Einrichtung von Meeresschutzgebieten und Fischereimanagement.

Ein grosses Problem dabei ist die illegale Fischerei. Darunter fällt zum Beispiel, dass Fische mit unerlaubtem Fanggeräten, zu Sperrzeiten oder in Sperrgebieten gefangen werden. Viele Fischer fangen mehr Fische als die Quoten erlauben. Stark betroffen von der illegalen Fischerei ist der Rote Thunfisch (auch Blauflossen-Thun genannt) im Mittelmeer. Der bis zu 700 Kilogramm schwere Fisch erzielt Höchstpreise, denn er ist eine sehr beliebte Zutat für Sushi. Alleine in der EU kommen jährlich rund 500’000 Tonnen illegaler Fisch mit einem Wert von 1,1 Milliarden Euro auf den Teller.

Fischkauf-Tipps für Konsumenten
Auch im Binnenland Schweiz können Konsumenten einen Beitrag zum Schutz der Meere leisten: Geniessen Sie Fisch als nicht alltägliche Delikatesse und achten Sie beim Einkauf von wildgefangenem Fisch auf das blaue MSC-Label und bei Zuchtfisch auf das Bio-Label. Das MSC-Zeichen bürgt für nachhaltige Fischerei und das Bio-Label garantiert umweltverträgliche Zuchten ohne den Einsatz von Chemikalien, Antibiotika oder die Zerstörung von beispielsweise Mangrovenwäldern. Eine schnelle Orientierungshilfe für den Restaurantbesuch oder beim Einkauf im Supermarkt bieten der WWF Fischratgeber und der WWF Sushi-Ratgeber. Beide Ratgeber gibt es zum Gratis-Download und als app auf www.wwf.ch/fisch und auf www.wwf.ch/sushi. (WWF/mc/ps)

WWF Schweiz

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