Arbeitgeberverband fordert mehr Frauen in Verwaltungsräten

Gleichstellung

Zürich – Der Schweizerischer Arbeitgeberverband (SAV) will weitere Schritte der Wirtschaft fördern, um die Anzahl Verwaltungsrätinnen in Unternehmen zu erhöhen. Die Wirtschaft habe „ein grosses Eigeninteresse an einer besseren Vertretung von Frauen in den obersten Führungsgremien“, schreibt der Verband in einer Mitteilung vom Dienstag.

Die letzten Jahre haben laut SAV eine positive Dynamik ausgelöst, die es nun auszubauen gelte. Um den Bemühungen der Schweizer Wirtschaft zusätzlichen Schub zu verleihen, lanciert der Verband zusammen mit namhaften Persönlichkeiten aus der Wirtschaft wie Jens Alder, Verwaltungsratspräsident von Alpiq, Goldbach und Sanitas oder Pierin Vincenz, Verwaltungsratspräsident von Helvetia und Leonteq, weitere Schritte zur Erhöhung des Frauenanteils in Verwaltungsräten.

Die Wirtschaft habe seit 2013 bereits mittels diversen Initiativen dazu beigetragen, dass der Frauenanteil in den Gremien innerhalb der letzten Jahre 10% auf 16% zugenommen habe. Heutzutage werde in der Schweiz im Durchschnitt jede vierte neue Verwaltungsratsposition mit einer Frau besetzt, heisst es weiter.

Verhaltungskodex für Personalberatungsfirmen
Die nun lancierte Initiative besteht aus einem Verhaltungskodex für Personalberatungsfirmen. Durch die Unterzeichnung des „Code of Conduct“ verpflichten sich Personalberater zur Einhaltung bestimmter Grundsätze bei der Rekrutierung von Verwaltungsrätinnen und Verwaltungsräten, so die Mitteilung. Unter anderem sollen Kunden explizit auf den Nutzen einer ausgewogenen Geschlechtervertretung im Verwaltungsrat hingewiesen werden.

Der Kodex verfolge drei quantitative Ziele bis Februar 2021. Dann jährt sich die Einführung des Frauenstimmrechts zum 50. Mal. Erstens soll der Frauenanteil von derzeit gut 16% weiter steigen. Zweitens soll keines der 150 grössten Schweizer Unternehmen einen rein männlich zusammengesetzten Verwaltungsrat mehr haben und drittens soll in Gremien mit maximal fünf Verwaltungsräten mindestens eine Frau einsitzen sowie in solchen mit mehr als fünf Verwaltungsräten mindestens zwei Frauen. (awp/mc/ps)

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