Basler Uhren- und Schmuckmesse im Zeichen des Gigantismus

Baselworld

(Foto: Baselworld)

Basel – Heute öffnet die Uhren- und Schmuckmesse Baselworld ihre Pforten. Die Branche präsentiert sich einmal mehr in einem gigantischen Schaukasten und geizt in der neuen Messehalle in Basel nicht mit Superlativen. Nach dem Rekordjahr 2012 scheint überdies auch 2013 ein guter Branchenjahrgang zu werden.

Mehr als 100’000 Besucher und 3500 Journalisten werden am weltweit bedeutendsten Event der Uhren-und Schmuckbranche erwartet. Die Baselworld dauert vom 25. April bis zum 2. Mai und wird standesgemäss von einem Bundesrat eröffnet. In diesem Jahr fällt diese Ehre Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf zu.

Schweizer Uhrenindustrie in bester Verfassung
Die helvetische Uhrenindustrie befindet sich nach wie vor in blendender Verfassung. Im Jahr 2012 knackten die Exporte zum ersten Mal die 20-Milliarden-Grenze. Sie stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 10,9 Prozent auf 21,4 Mrd. Franken.

Zwar hat sich das Tempo in den letzten Monaten ein wenig abgeschwächt, doch blickt die Branche ungeachtet dessen mit grossem Optimismus in die Zukunft. Vertreter der Uhrenindustrie betonen, zweistellige Wachstumsraten seien über die Dauer unmöglich aufrechtzuerhalten. Sie erwarten für 2013 daher eine Konsolidierung.

Rückgang in China
«Die Aussichten für die Branche bleiben positiv», schätzt Jean-Daniel Pasche, Präsident des Verbandes der Schweizerischen Uhrenindustrie (FH). Auch im ersten Quartal 2013 sollte ein Wachstum resultieren, was angesichts des ausserordentlich starken 2012 beachtlich sei, erklärt er der Nachrichtenagentur sda.

Genaue Exportzahlen für den März werden am Dienstag publiziert. «Eine Abschwächung ist auf dem chinesischen Markt zu registrieren, dies nach zehn Jahren ununterbrochener Expansion», sagt Pasche. In den Monaten Januar und Februar hätten die Lieferungen ins Reich der Mitte verglichen mit der Vorjahresperiode um 23 Prozent abgenommen.

Wachstum in Europa
Im Gegensatz dazu mache Europa noch immer eine gute Figur. Die Exporte nach Deutschland, Italien oder Grossbritannien weisen derzeit laut dem FH-Präsidenten Wachstumsraten von über 20 Prozent aus. Diese völlig gegenläufigen Entwicklungen machten deutlich, dass die Uhrenmarken ihre Absatzmärkte diversifizieren müssten, sagt Pasche.

«Die Zunahme in Europa ist vor allem dem Hochpreissegment zu verdanken», erklärt Pasche weiter. Auch entwickelten sich nicht alle Marken mit dem gleichen Rhythmus. Generell hätten es die etablierten Namen einfacher als die kleinen Marken, die sich erst ihren Platz erkämpfen müssten.

Neuer Messekomplex
Baselworld tritt dieses Jahr in neue Dimensionen ein. Der neue MCH Messekomplex in Basel kostete 430 Mio. Fr. und wurde Anfang 2013 nach 22 Baumonaten fertiggestellt. Das Gebäude wurde von dem bekannten Basler Architekturbüro Herzog & de Meuron konzipiert, ist 220 Meter lang, 90 Meter breit und 32 Meter hoch.

An der Messe vertreten ist alles, was in der Uhren- und Schmuckbranche Rang und Namen hat: die Weltnummer eins Swatch, Omega, Longines, Tissot, Breguet, Blancpain, Rolex oder Patek Philippe. Die grossen Players breiten ihre Stände in der prestigeträchtigen Halle 1 aus.

Kleine holen Grossteil des Jahresumsatzes
Baselworld ist aber auch eine Chance für alle kleinen Marken, um sich von der Konkurrenz abzuheben und auch um ihre Produkte gleich an die Frau und an den Mann zu bringen. Viele der kleinen Uhrenfirmen erzielen in dieser einen Messewoche einen Grossteil ihres gesamten Jahresumsatzes.

Für die FH ist die Messe zudem eine wertvolle Gelegenheit zum Austausch. «Wir mischen uns unter die Medienleute, die ausländischen Besucher und treffen uns mit den Vertretern von Uhrenverbänden anderer Länder», sagt Pasche. Eine derartige Konzentration von wichtigen Akteuren der Uhren- und Schmuckbranche sei einzigartig.

Anders als die jeweils im Januar stattfindende Genfer Luxusuhrenmesse SIHH steht Baselworld ausserdem auch dem gewöhnlicher Bürger offen. Gratis ist der Eintritt freilich nicht: Damit man die vielen Stände und die neuen Kollektionen bewundern darf, muss man zuerst 60 Franken hinblättern. (awp/mc/pg)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.