Bienenschützer fordern an Syngenta-GV Ende der Giftproduktion

Bienen

(Foto: Greenpeace / Pieter Boer)

Basel – An den heutigen Generalversammlungen von Syngenta und Bayer verlangt eine europaweite Allianz zum Schutz der Bienen und der Landwirtschaft, dass die agrochemischen Konzerne ihre Rolle beim globalen Bienensterben eingestehen und aufhören, die durch die in der EU und der Schweiz verordneten Gesetze gegen die bienenschädlichen Neonicotinoid-Pestizide, zu torpedieren.

Nachdem eintreffende Aktionäre mit Flugblättern und Broschüren über die andauernde Bestäuber- und Landwirtschaftskrise begrüsst wurden, sprechen Vertreter der Allianz zum Schutz der Bienen und der Landwirtschaft die Präsidenten der Unternehmen innerhalb der Generalversammlungen direkt an, wie Greenpeace Schweiz in einer Medienmitteilung schreibt. Michel Demaré (Syngenta) und Marijn Dekkers (Bayer) werden mit ihrer Rolle im Zusammenhang mit dem Bienensterben konfrontiert und aufgefordert, die Vermarktung von bienenschädlichen Pestiziden einzustellen. Anstatt die „destruktiven, chemieintensiven Methoden der industriellen Landwirtschaft“ zu fördern, verlangen Imker zusammen mit Greenpeace und anderen Organisationen von ihnen, dass sie eine ökologische Landwirtschaft ermöglichen.

„Heuchlerisch, eigennützig und kurzsichtig“
In seiner Ansprache anlässlich der Generalversammlung von Syngenta sagte Francesco Panella, Leiter der Delegation und Präsident der BeeLife European Beekeeping Coordination: «Es ist beleidigend, wie Syngenta, Bayer und BASF versuchen, Imker wie uns zu überzeugen, dass das Bienensterben durch die Varroamilbe, eine schlechte Ernährung oder irgendeinen anderen Faktor ausserhalb ihrer eigenen Verantwortung verursacht wird. Gleichzeitig verkaufen sie weiterhin Bienenkiller-Pestizide und greifen EU-Bestimmungen an, die dem Schutz der Bienen dienen. Das ist heuchlerisch, eigennützig und kurzsichtig. Es ist Zeit, vom aktuellen chemieintensiven Landwirtschaftsparadigma zu einem zu wechseln, das mit Biodiversität und Bienenschutz im Einklang steht.»

Bienengifte als Kassenschlager
Ebenfalls an der Syngenta-Generalversammlung anwesend, fügt Marianne Künzle, Landwirtschaftsexpertin bei Greenpeace Schweiz, hinzu: «Für diese Agrochemie-Konzerne sind die schlimmsten Bienengifte die absoluten Kassenschlager. Entsprechend bekämpfen sie das befristete europaweite Teil-Verbot. Sie repräsentieren das scheiternde System einer chemieintensiven Monokulturen-Landwirtschaft, die zu einem Verlust der Artenvielfalt und lebenswichtiger ökologischer Funktionen wie der Bienenbestäubung führt. Doch immer mehr Menschen stellen sich gegen dieses chemieintensive Landwirtschaftsmodell und fordern eine Umstellung hin zu ökologischen Praktiken, die auf gesunde Lebensmittel für künftige Generationen setzen. Greenpeace und die Allianz zum Schutz der Bienen und der Landwirtschaft stehen heute hier, in ihrem Namen. Wir fordern Bayer, Syngenta und BAS F auf, ihre Angriffe auf die von der EU und der Schweiz verordneten Neonicotinoid-Teilverbote einzustellen und ihr Geschäftsmodell, das inakzeptable Schäden an Bienen, Menschen und dem Planeten verursacht, einzustellen.»

Um die Teilverbote zu torpedieren, greifen die Agrochemie-Konzerne laut Greenpeace gerne zu aufgebauschten Zahlen und panikschürenden Argumenten – darunter Behauptungen zu drastischen Ertragseinbrüchen und folgenschweren Arbeitsplatzverlusten in Europa. Greenpeace will diese PR-Strategie zu entlarven und veröffentlicht den Bericht «Corporate Science Fiction», eine kritische Beleuchtung der Strategien, die Bayer und Syngenta anwenden, um die wissenschaftliche, politische und öffentliche Debatte über die Neonicotinoid-Pestizide zu beeinflussen. (Greenpeace/mc)

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