China: Überraschend starke Exporte wecken konjunkturelle Frühlingsgefühle

Thomas Gitzel

Dr. Thomas Gitzel, Chefökonom der VP Bank Gruppe.

Vaduz – Die chinesischen Exporte legen im Februar um 21.8% gegenüber dem Vorjahr zu. Erwartet worden war ein Plus von 8.1%. Die Importe gaben im Februar um 15.2% gegenüber dem Vorjahr nach. Erwartet worden war hier ein Minus von 8.5%.

«Die Zahlen zum chinesischen Aussenhandel waren im Februar eine echte Überraschung», erklärt Dr. Thomas Gitzel, Chefökonom der VP Bank Gruppe. «Rückläufige Exportentwicklungen in Südkorea und Taiwan hätten für China ebenfalls ein Minus nahegelegt. Aufgrund des chinesischen Neujahrfestes fehlten dem Februar vier Arbeitstage, was ebenfalls für eine zumindest schwache Ausfuhrentwicklung gesprochen hätte. Basiseffekte aufgrund eines schwachen Vorjahresmonates sind auch nicht auszumachen. Der starke Anstieg ist also durchweg positiv zu werten. Die gute Ausfuhrentwicklung passt somit vielmehr zu einer bislang robusten Konjunkturentwicklung in den USA. Das Zahlenmaterial aus China weckt somit konjunkturelle Frühlingsgefühle. Die eigentliche Botschaft hinter der Zahl ist: Der Welthandel dürfte in den kommenden Monaten Fahrt aufnehmen.

Die schwache Importentwicklung hingegen dürfte beim neuen Führungsduo in Peking die Frage aufwerfen, wie der immer noch schwachen Binnenwirtschaft auf die Beine geholfen werden kann. Jüngste Kommentare aus der Notenbank deuten auf eine Zinssenkung im laufenden Jahr hin. Die heutigen Importzahlen stützen jedenfalls die Ambitionen der Zentralbanker.» (VP Bank/mc)

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