Daimler und BASF tüfteln am Auto der Zukunft

Dieter Zetsche

Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche.

Stuttgart – Der Autobauer Daimler und der Chemiekonzern BASF machen beim Auto der Zukunft gemeinsame Sache. Ihre Visionen werden die beiden Unternehmen nach Angaben vom Donnerstag auf der weltgrössten Automesse IAA in Frankfurt präsentieren. Bei dem Smart-Konzeptfahrzeug, das die Stuttgarter und die Ludwigshafener in den vergangenen Monaten gemeinsam gebaut haben, stehen neue Technologien für mehr Energieeffizienz, Leichtbau, Temperaturmanagement und das künftige Design im Mittelpunkt.

Ob und in welchen Bereichen Daimler und BASF ihre Ideen künftig auch bei Serienfahrzeugen gemeinsam umsetzen werden, sei aber noch nicht entschieden, sagte Smart-Chefin Annette Winkler. Auch wie viel Geld beide Unternehmen in das Projekt gesteckt haben, wollte die Managerin nicht sagen.

Jahrzehntelange Zusammenarbeit

Daimler und BASF arbeiten seit Jahrzehnten zusammen. Die Autoindustrie ist schon jetzt für den weltgrössten Chemiekonzern ein wichtiger Abnehmer, die Ludwigshafener machen 10 bis 15 Prozent ihres Konzernumsatzes mit der Branche. Daimler hat sich beim Elektroauto mit mehreren Partnern zusammengetan, darunter dem Essener Chemiekonzern Evonik und dem weltgrössten Autozulieferer Bosch. Transparente organische Solarzellen, durchsichtige organische Leuchtdioden, Felgen aus Kunststoff, neue Leichtbaukomponenten in der Karosserie und Infrarot-reflektierende Folien und Lacke – all das könnte nach Ansicht der BASF-Forscher und Daimler-Entwickler künftig helfen, den Energieverbrauch im Auto deutlich zu senken. Das Konzeptfahrzeug ist 120 bis 150 Kilogramm leichter als der Elektro-Smart, der 2012 auf den Markt kommt.

Flaschenhals Reichweite

«Es gibt ein Thema beim elektrischen Fahren, von dem jeder sagt, es ist ein Flaschenhals: Reichweite», sagte Winkler. Diese könnte beim Smart dank all der Massnahmen um 20 Prozent auf 170 Kilometer gesteigert werden, ohne dass etwas an der Batterie verändert werde. Der Elektro-Smart, den die Kunden vom Frühjahr 2012 an kaufen können, hat eine Reichweite von etwa 140 Kilometern. Doch es soll künftig nicht nur Energie gespart, sondern auch ausserhalb der Batterie produziert werden: So lasse sich durch das Fahrzeugdach, das mit transparenten Farbstoff-Solarzellen ausgestattet ist, Strom erzeugen, erläuterte der Leiter der BASF-Polymerforschung, Christian Fischer. Mit dem Strom könne im Sommer die Klimaanlage betrieben werden – das entlaste die Batterie. (awp/mc/ps)

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