Deloitte-Studie bestätigt Home-Office-Trend

Home Office
(Foto: Fotolia/© georgejmclittle)

Zürich – Am 12. September begann die sogenannte Work Smart Week, eine von der Work Smart Initiative organisierte Themenwoche, an der sich zahlreiche Schweizer Unternehmen beteiligen. Im Fokus stehen für eine Woche lang flexible Arbeitsplatzmodelle – ein Thema das für Unternehmen immer wichtiger wird.

Infolge der zunehmenden Bedeutung der wissensintensiven Berufe und der Digitalisierung können immer mehr Arbeitskräfte mobil und ortsungebunden arbeiten. Dies ermöglicht Unternehmen, Arbeitsplätze und Bürofläche effizienter zu nutzen und Kosten einzusparen, indem sie Home-Office und Coworking in Kombination mit Hot-Desking anbieten. Die Implementierung solcher flexiblen Arbeitsplatzmodelle erhöht zudem die Attraktivität eines Arbeitgebers: Wer auf junge, gut ausgebildete Fachkräfte angewiesen ist, tut gut daran, auf mehr als nur einen Arbeitsort zu setzen.

Mehr als ein Viertel der Schweizer arbeitet von zu Hause
Dass Schweizer Unternehmen die Zeichen der Zeit erkannt haben und flexible Arbeitsplatzmodelle nicht bloss graue Theorie bleiben, zeigt eine im Februar publizierte repräsentative Umfrage unter 1‘000 in der Schweiz wohnhaften Personen im erwerbsfähigen Alter: 28% der Befragten gaben an, mindestens einen halben Tag pro Woche von zu Hause zu arbeiten. Von den restlichen 72%, die noch kein Home-Office machen, möchten 29% dies gerne tun.

Neben den Vorteilen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber hat die zunehmende Flexibilisierung der Arbeitsplatzmodelle auch einen positiven Effekt auf die Gesellschaft als Ganzes. Je mehr Menschen ihre Arbeit orts- und zeitungebunden verrichten können, desto weniger werden sie die Strassen- und Schieneninfrastruktur belasten, die heute vielerorts zu Stosszeiten chronisch überlastet ist. Ein wichtiger Aspekt in der aktuellen Diskussion rund um Mobilität – die Bundesrätin Leuthard vor einigen Monaten mit ihren Vorschlägen zum Mobility Pricing neu angestossen hat.

Reduktion der Verkehrsbelastung an Freitagen
An Freitagen macht sich dieser Effekt bereits deutlich bemerkbar, wie die meisten Berufspendler längst beobachtet haben dürften. Züge und S-Bahnen sind dann zu Stosszeiten deutlich weniger ausgelastet.

Zwischen Montag und Mittwoch liegt der Anteil jener, die im Büro des Arbeitgebers arbeiten, bei 69%. Am Donnerstag sinkt er auf 67% und am Freitag gar auf 62%. Gleichzeitig steigt der Home-Office-Anteil am Freitag auf 16%. Aufgrund der Teilzeitanstellungen steigt auch der Anteil deren, die gar nicht arbeiten – verglichen mit dem Home-Office-Anteil jedoch deutlich weniger stark -, wie neue Erkenntnisse aus der Deloitte-Studie «Der Arbeitsplatz der Zukunft» von Februar 2016 zeigen. Rechnet man diese Zahlen hoch auf die gesamthaft 3,8 Millionen Arbeitnehmer in der Schweiz, so entspricht die Differenz von 7% zwischen Montag (69%) und Freitag (62%) rund 270‘000 Personen. Davon sind ca. 190‘000 auf den Effekt von Home-Office zurückzuführen.

Obwohl diese Zahl bereits beachtlich ist, dürfte das Potenzial von Home-Office noch längst nicht ausgeschöpft sein. Insgesamt könnte rund die Hälfte aller Beschäftigten in der Schweiz ortsunabhängig arbeiten. Je mehr Firmen dieses Potenzial erkennen, desto stärker dürfte die Verkehrsüberbelastung zu Stosszeiten reduziert werden – auch an anderen Wochentagen. (Deloitte/mc/pg)

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