«Earth Overshoot Day»: Wir essen den Apfelbaum samt Stamm

«Earth Overshoot Day»: Wir essen den Apfelbaum samt Stamm
(Bild: overshootday.org)

Zürich – Am 28. Juli ist der diesjährige «Earth Overshoot Day». Dann hat die Menschheit alle natürlichen Ressourcen aufgebraucht, welche die Erde innerhalb eines Jahres wiederherstellen und damit nachhaltig zur Verfügung stellen kann.

  • Aktuell gehen wir mit unseren natürlichen Ressourcen so um, als hätten wir nicht 1 sondern 1.75 Planeten. Wir haben es aber in den eigenen Händen, unseren Kindern einen lebenswerten Planeten zu übergeben, wenn wir heute die richtigen Entscheide für morgen treffen.
  • Für mehr Ressourcensicherheit sind alle Akteure gefordert: Von der Politik, der Wirtschaft, dem Finanzwesen bis zur Bildung und hin zu jeder Einzelperson als Teil der Zivilgesellschaft.

«Wir haben es selbst in der Hand, den ‘Earth Overshoot Day’ weiter nach hinten zu schieben. Dafür müssen wir jetzt handeln, und zwar alle Akteure der Gesellschaft. Wäre die Erde ein Apfelbaum leben wir momentan so, als würden wir nicht nur die Äpfel essen, sondern den Stamm gleich mitfällen», sagt Marie Seidel, Mediensprecherin beim WWF Schweiz.

Den «Earth Overshoot Day» verschieben
Je mehr Menschen umweltbewusster leben, umso weniger Ressourcen verbrauchen wir und umso länger überlebt unser Planet. Denn aktuell verbrauchen wir viel zu viele Ressourcen. Der WWF ruft alle auf, ihren ökologischen Fussabdruck zu messen. Die Resultate geben eine wichtige Einordnung des eigenen Lebensstils. Die passenden Tipps für mehr Nachhaltigkeit im Alltag dazu sind vielfältig und oft einfach umzusetzen, wie zum Beispiel:

  • Mehr Ferien in der Schweiz oder im angrenzenden Ausland
  • Mehr pflanzliche und weniger tierische Produkte essen
  • ÖV statt Auto benutzen
  • Für die Umwelt abstimmen und wählen

Zudem erweisen sich die WWF-Ratgeber zu Früchten & Gemüse, Fisch & Meeresfrüchten oder Lebensmittel-Label als umweltrelevante Alltagshilfen.

Es braucht alle für echte Veränderung
Um grösstmögliche Wirkung für einen lebenswerten Planeten zu erzielen, braucht es dringend gesamtgesellschaftliche Anstrengungen und strukturelle Anpassungen, welche die Bereiche Bildung, Wirtschaft, Finanzwesen und Politik einschliessen. Mit dieser Überzeugung kümmert sich der WWF bereits um die Kleinsten mit diversen Bildungsangeboten, arbeitet aber gleichzeitig an den grossen Themen wie an der Transformation der Wirtschaft hin zu nachhaltiger Ressourcennutzung oder dem Umleiten von Finanzströmen hin zu langfristigen, gemeinwohlorientierten Strategien. Die Hebelwirkung von Wirtschaft und Finanzwesen auf einen nachhaltigen Ressourcenumgang ist enorm. Damit aber Wirtschaft und Finanzwelt künftig der Zwillingskrise von Klima- und Biodiversitätskrise entgegenwirken können, braucht es eine aktive Politik und entsprechende Regulatorien. Ob grosse Massnahmen auf struktureller Ebene oder kleine Dinge im Alltag, jeder Beitrag für einen schonenden Umgang mit Ressourcen ist notwendig und hilft, den «Earth Overshoot Day» wieder nach hinten zu schieben. (WWF/mc/ps)

Weitere Informationen
Bericht zum Earth Overshoot Day 2022 (engl.)

Über das Global Footprint Network
Das internationale «Global Footprint Network» berechnet jedes Jahr den Tag, an dem die Menschheit mehr von der Natur verbraucht hat, als die Ökosysteme unseres Planeten im ganzen Jahr erneuern können. Die menschliche Nachfrage nach natürlichen Ressourcen und ökologischen Dienstleistungen liegt weltweit deutlich über der regenerativen Kapazität der Erde, nämlich bei 1,75 Planeten. Lebten alle so wie die Einwohner:innen der Schweiz, bräuchte es fast 3 Erden. Mehr dazu unter www.overshootday.org

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.