Energiespeicher: Die Schweiz als Batterie Europas

Muttsee

Das Speichervolumen des Muttsees des Kraftwerk Linth-Limmern AG wurde von 9 auf 25 Mio. m3 erhöht.

Fehraltorf – Durch ihre geografische Lage und Topografie spielt die Schweiz in der Stromspeicherung eine Schlüsselrolle auf dem internationalen Parkett. Alternativen zur Atomstromgewinnung hängen indes von etlichen Variablen ab. Die Stromerzeugung aus Wind- oder Sonnenenergie beispielsweise ist schwer planbar, da sie vom Wetter und der Tageszeit abhängt.

Der Anteil von dezentralen Speichern gewinnt somit zunehmend an Bedeutung, um die Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage abzufedern und Versorgungslücken zu vermeiden. Die Schweiz bietet ideale Voraussetzungen, um Überkapazitäten zwischenzulagern und bei Bedarf gezielt wieder abzugeben. Die nationale Strombewirtschaftung gewinnt an internationaler Bedeutung. Anlässlich der Dreiländertagung der Energietechnischen Gesellschaft von Electrosuisse vom 16. und 17. Juli in Pfäffikon SZ wurden verschiedene Aspekte der Stromspeicherung erläutert und diskutiert.

Smart-Grid-Lösungen noch in den Kinderschuhen
Durch ihre Lage im Herzen Europas und aufgrund ihrer topografischen Eigenheiten verfügt die Schweiz über ideale Voraussetzungen, «als Batterie Europas» zu fungieren. Schon seit Jahrzehnten bieten Schweizer Energieunternehmen mit Pumpspeicherwerken lukrative Dienstleistungen auch für Nachbarländer an. Momentan sind nur Pumpspeicherwerke in der Lage, Kapazitäten im grossen Massstab abzudecken. Künftig könnten jedoch vermehrt auch dezentral installierte, kleinere Speicher zum Einsatz gelangen. Sogenannte Smart-Grid-Lösungen, z.B. temporäre Speicherung von Strom in Elektromobilen (Vehicle to Grid), stecken jedoch noch in den Kinderschuhen, bieten allerdings interessante Perspektiven. Die Betreibung dezentraler Anlagen stellt die Netzbetreiber vor neue technische und logistische Herausforderungen.

Neue erneuerbare Energie bedingt Stromspeicher
Energie kann elektrisch, z.B. in Kondensatoren, mechanisch in Pumpspeicherwerken, Schwungrädern oder Druckluftspeichern oder elektrochemisch z.B. durch Akkus, Gasspeicher oder Primärbatterien, zwischengelagert werden. Alle bekannten Speichermethoden sind jedoch Verlust behaftet. Eine Universaltechnologie, die allen Anforderungen gerecht wird, gibt es nicht. Eine Herausforderung unserer Zeit ist es, den geeigneten Mix verschiedener Produktions- und Speichertechnologien zu finden, um eine möglichst optimale Stromversorgung zu sichern. An der Dreiländertagung der ETG erläuterten Experten aus dem In- und Ausland im Seedamm Plaza in Pfäffikon SZ die verschiedenen Aspekte aktueller Herausforderungen und präsentieren Lösungsansätze. (Electrosuisse/mc/ps)

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