Energieversorger setzen auf erneuerbare Energien

Wasserkraftwerk Rheinfelden

Flusskraftwerk Rheinfelden.

Zürich – Erneuerbare Energien sind auch im Jahr 2012 das klare Thema Nummer eins bei kleinen und mittelgrossen Energieversorgungsunternehmen in der Schweiz. Probleme beim Ausbau sehen die Elektrizitätswerke in der Netzintegration, der Finanzierung, der Akzeptanz in der Bevölkerung und in politischen Hemmnissen. Liberalisierte Märkte für konventionelle wie auch erneuerbare Energien erachten die Energieversorger als am besten geeignet, um die Energiewende zu erreichen.

Die befragten Energieversorgungsunternehmen (EVU) sind mehrheitlich optimistisch, dass die vom Bundesrat gesteckten Ziele der Energiestrategie 2050  – im Zentrum steht der Ausbau erneuerbarer Energien zum schrittweisen Ausstieg aus der Atomkraft – erreicht werden können. Immerhin 27 Prozent der befragten Unternehmen jedoch glauben, dass diese Ziele nicht erreicht werden können. Probleme beim Ausbau der erneuerbaren Energien werden dabei vor allem in der Netzintegration (46 Prozent), der Finanzierung (41 Prozent) und in der fehlenden Akzeptanz in der Bevölkerung (39 Prozent) geortet. Im Bereich der regenerativen Energien planen die befragten EVU Investitionen im eigenen Netzgebiet (89 Prozent). Das Ziel solcher Investitionen ist primär die Erzielung einer Mindestrendite (41 Prozent). Die Ausrichtung auf Kundenbedürfnisse (25 Prozent) und die Imagepflege (23 Prozent) sind jedoch ebenfalls von erheblicher Bedeutung. So nennen die EVU denn auch Kundenpflege und -bindung als wichtige Faktoren für den Geschäftserfolg. Auch wenn sich die Energieversorger als treibende Kraft in der Energiewende sehen, bewerten angesichts der damit einhergehenden Herausforderungen nur gerade 62 Prozent der Befragten die Zukunftschancen ihres Unternehmens als gut oder sehr gut. Dies sind die Ergebnisse der diesjährigen Elektrizitätswerke-Studie von Ernst & Young.

Mit nicht regulierten Märkten zur Energiewende
59 Prozent der befragten EVU glauben, dass sowohl im Bereich konventioneller als auch erneuerbarer Energien nicht regulierte Märkte am besten geeignet sind, um die Energiewende zu realisieren. Alessandro Miolo, Verantwortlicher Partner Power & Utilities bei Ernst & Young Schweiz erklärt: «Wir können davon ausgehen, dass sich ein Marktmodell etablieren wird, welches Anreize für einen Leistungsmarkt setzt und Anstrengungen zur Förderung der erneuerbaren Energien und der Energieeffizienz messbar, vergleichbar und transparent macht.» Ebenfalls als zentral für eine erfolgreiche Energiewende bewerten die EVU neben dem Ausbau erneuerbarer Energien (75 Prozent) den Ausbau der dezentralen Erzeugung zum Beispiel durch Blockheizkraftwerke oder Mikro-Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (66 Prozent).

Elektrizitätswerke setzen weiterhin vor allem auf die Wasserkraft
Der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromproduktion in der Schweiz liegt heute bei rund 56 Prozent. Davon entfallen 54 Prozent auf die Wasserkraft. Wind, Biomasse und Sonne tragen aktuell nur 0,26 Prozent zur Schweizer Stromproduktion bei, der prozentuale Umsatzerlös aus dem Verkauf dieser erneuerbarer Energien liegt jedoch bei durchschnittlich 4,9 Prozent. Die EVU erwarten, dass im Jahr 2020 Wind, Biomasse und Sonne durchschnittlich 22,9 Prozent der Umsatzerlöse betragen und durchschnittlich 19 Prozent der Strombeschaffung mit diesen regenerativen Energien gedeckt werden kann. «Obwohl die EVU Investitionen in erneuerbare Energien vor allem in den eigenen Netzgebieten tätigen werden, wird die Strombeschaffung dieser Energien anteilsmässig künftig vermehrt aus fremden Anlagen stammen», sagt Alessandro Miolo.

Kooperationen als Mittel zum Erfolg
Zur Erreichung der Unternehmensziele wird den Kooperationsstrategien eine noch grössere Bedeutung beigemessen als in der Vergangenheit. 86 Prozent der EVU sehen eine Kooperation als den Königsweg, um im Wettbewerb bestehen zu können. Bei einer Kooperation wird die Zusammenarbeit mit Partnern der gleichen Versorgungsstufe klar bevorzugt. Die wichtigsten Gründe für das Eingehen einer Kooperation sind die Erschliessung von Synergien sowie die Beschaffung von fehlendem Know-how.  (ernst & Young/mc/ps)

Zur Studie
Für die Ausgabe 2012 der Ernst & Young Elektrizitätswerke-Studie wurden im April und Mai 2012 Geschäftsführer und Verwaltungsratsmitglieder von regionalen Energieversorgungsunternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt. Die Zahlen für die Schweiz basieren auf 44 ausgewerteten Interviews. Die Studie wird jährlich erhoben und steht auf der Website unter www.ey.com/ch zum Download zur Verfügung.

Über Ernst & Young
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