Erster Malaria-Impfstoff kurz vor der Zulassung

Malaria
(Foto: Pixabay)

Malaria-Erreger werden von Stechmücken übertragen. Nun könnte erstmals ein Impfstoff auf den Markt kommen, der zumindest einen Teil der Erkrankungen verhindert.

London – Erstmals steht ein Impfstoff gegen die tödliche Tropenkrankheit Malaria kurz vor der Zulassung. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) veröffentlichte am Freitag in London eine positive Bewertung des Mittels Mosquirix, welches Babys in Malaria-Risikogebieten erhalten sollen. Trotz begrenzter Wirksamkeit überwiegen demnach die Vorteile des Impfstoffs die Risiken.

Eine mehrjährige Studie an Säuglingen und Kleinkindern in Afrika ergab, dass Mosquirix über bis zu vier Jahre einen Impfschutz von 26 bis 36 Prozent bietet. Peter Kremsner vom Universitätsklinikum Tübingen, der an der Studie in Afrika beteiligt war, sagte der Deutschen Presse-Agentur, die Wirksamkeit des Impfstoffs sei zwar nicht befriedigend, aber das Beste, was es nach 100 Jahren Forschung bislang gebe.

Nicht die alleinige Antwort auf Malaria – weitere Massnahmen notwendig
Andrew Witty, Chef des Herstellers GlaxoSmithKline, sprach in einer Mitteilung von einem „sehr bedeutenden Beitrag“ im Kampf gegen Malaria. Mosquirix allein sei zwar nicht die Antwort auf Malaria, aber zusammen mit anderen Massnahmen könne es einen Beitrag dazu leisten, Kinder in Afrika vor der Tropenkrankheit zu schützen. GSK hat sich verpflichtet, den Preis des Impfstoffs so festzulegen, dass er die Herstellungskosten deckt und 5 % Gewinn abwirft. Dieser wiederum soll in die Forschung von Impfstoffen gegen Malaria oder andere vernachlässigte Tropenkrankheiten gesteckt werden.

600’000 Todesopfer jährlich
Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben jährlich 600’000 Menschen an Malaria, vor allem in Afrika. Weltweit lebt etwa jeder zweite Mensch in einem Malaria-Risikogebiet. Die WHO will bis spätestens Ende 2015 eine Einschätzung liefern, wie Mosquirix in Impfprogramme aufgenommen werden könnte. Ob das Mittel zugelassen wird, entscheiden aber die betroffenen Staaten selbst. Angewandt werden soll Mosquirix nur ausserhalb der Europäischen Union. (awp/mc/pg)

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