ETH: Ausbau der Informationssicherheit

ETH: Ausbau der Informationssicherheit

Bankratspräsident der Zürcher Kantonalbank, Jörg Müller-Ganz, ETH-Präsident Lino Guzzella und Jürgen Dormann, Stiftungsratspräsident der ETH Zürich Foundation, bei der Vertragsunterzeichnung (v.l.n.r.). (Bild: ETH Zürich / Peter Rüegg)

Zürich – Die ETH Zürich kann das Zurich Information Security and Privacy Center (ZISC) ausbauen. Möglich macht dies eine zweckgebundene Donation der Zürcher Kantonalbank an die ETH Zürich Foundation in der Höhe von fünf Millionen Schweizer Franken.

Der Vertrag wurde am Dienstag von ETH-Präsident Lino Guzzella, Jörg Müller-Ganz, Präsident des Bankrats der Zürcher Kantonalbank, Daniel Heinzmann, Leiter IT-Strategie, Architektur & Sicherheit der Bank sowie von Jürgen Dormann, Präsident des Stiftungsrats der ETH Zürich Foundation, unterzeichnet. Damit legten die drei Partnerorganisationen den Grundstein für den Ausbau des Zurich Information Security and Privacy Center (ZISC) zum ETH-ZISC. Die ETH Zürich Foundation erhält dafür von der Zürcher Kantonalbank eine Zuwendung von fünf Millionen Schweizer Franken über die nächsten zehn Jahre.

Informationssicherheit ist einer der strategisch wichtigen Forschungsschwerpunkte der ETH Zürich, den insbesondere das Departement Informatik seit Jahren intensiv erforscht. Der geplante Ausbau des ZISC stärkt Forschung, Ausbildung und Fortbildung in diesem Bereich.

Detlef Günther, Vizepräsident für Forschung und Wirtschaftsbeziehungen: «Informationssicherheit ist nicht erst seit den aufgedeckten Skandalen eines der wichtigsten Themen für die Forschung, Wirtschaft und Gesellschaft. Das Thema hat an der ETH Zürich schon lange einen hohen Stellenwert und wird mit der Donation entscheidend gestärkt. Dies bedeutet für die ETH Zürich, dass ein strategischer Ausbau der „Informationssicherheit“ schneller erfolgen kann.»

Der geplante ZISC-Ausbau ist auch für die Zürcher Kantonalbank wichtig: «Die Zürcher Kantonalbank steht unter anderem für Sicherheit und Zuverlässigkeit der IT-Systeme, die Gewährleistung der Datensicherheit und den Schutz vor unerwünschten Zugriffen auf die Kundendaten», sagt Daniel Heinzmann, Leiter IT-Strategie, Architektur & Sicherheit bei der Zürcher Kantonalbank. «Diese Kernkompetenz wollen wir weiter ausbauen und mithelfen, dass die Bevölkerung und die Wirtschaft im Kanton Zürich weiterhin auf sichere Finanzdienstleistungen zählen kann.» Die Bank sei deshalb bestrebt, an der ETH Zürich Lehre und Forschung im Bereich der Informationssicherheit zu stärken.

Fokus auf Talentsuche und Austausch
Für ZISC-Direktor Srdjan Capkun, Professor am Institut für Systemsicherheit, ist die Donation auch ein Vertrauensbeweis: «Die Donation ermöglicht uns einen gezielten Ausbau der Zusammenarbeit mit Leuten aus der Industrie sowie die Ausbildung und Förderung von Talenten.»

So soll die Zahl der Forschenden und des Nachwuchses im Bereich Informationssicherheit deutlich erhöht werden. Das ETH-ZISC will talentierte Forscherinnen und Forscher mittels Stipendien fördern. «Weltweit herrscht ein akuter Mangel an Sicherheitsfachleuten. Wir haben nun die Möglichkeit, herausragende Talente zu rekrutieren und auszubilden», freut sich der ZISC-Direktor.

Zentraler Bestandteil des neuen ZISC ist laut Capkun das geplante «ETH-ZISC Open Lab», eine offene Plattform, wo sich Wissenschaftler und IT-Fachspezialisten der am ZISC beteiligten Partner und Firmen rege austauschen können. Die Beteiligten erhoffen sich, dass durch den engeren Kontakt zwischen Forschenden und Wirtschaftsvertretern die Bedürfnisse der Wirtschaft noch besser abgeholt werden können und sich ein rascher Transfer von Forschungsresultaten in alltägliche Anwendungen ergibt. Regelmässig sollen Workshops, Seminare und Tagungen durchgeführt werden. Das Open Lab wird Platz für 20 Studierende, Forschende und Wirtschaftspartner bieten. «Eine solche Austausch-Plattform ist seit längerem ein grosses Bedürfnis. Die Donation ermöglicht es uns, diese endlich aufbauen zu können», betont Capkun. Eine solche Umgebung, in der alle kollaborieren, sei sehr wichtig für alle beteiligten Partner.

Örtlich liegt das ETH-ZISC Open Lab in der Nähe des Instituts für Informationssicherheit des Departements Informatik. Zunächst können die Beteiligten Laborfläche im Institut nutzen, mittelfristig soll neuer Laborplatz geschaffen werden. Das ETH-ZISC ist dem ETH-Departement Informatik angegliedert.

Breiteres Themenspektrum
Geplant ist sowohl der Ausbau der Grundlagen- als auch der Angewandten Forschung, die sich an den Fragestellungen der Industriepartner ausrichtet. Projekte werden zum Teil gemeinsam mit Partnern durchgeführt, alle Vorhaben stets im Sinne von «Open innovation», die für alle sichtbar sind.

Auch die bisherigen Themenfelder des ZISC werden erweitert: Forschende beschäftigen sich künftig mit Fragen der Sicherheit von Netzwerken, Systemen, Software und deren Anwendung sowie des Cloud und Mobile Computing. Weiter werden die Wissenschaftler am ETH-ZISC an den Netzwerken der nächsten Generation, an cyber-physikalischen Systemen und der Kryptografie arbeiten.

Sicherheit dank Vertrauen
Seit seiner Gründung im Jahr 2003 arbeitet das ZISC eng mit der Wirtschaft zusammen, um gemeinsam Lösungen für praktische Probleme zu entwickeln. Es bietet Forschungsprojekte, Aus-, Weiter- und Fortbildung für Fachleute aus der Wirtschaft auf höchstem Qualitätsniveau an. Die früheren und derzeitigen externen Partner sind Armasuisse, Credit Suisse, Google, IBM, Kaba, NEC und Sun Microsystems. Die Zürcher Kantonalbank wird eine Gründungspartnerin des ETH-ZISC OpenLab.

«Eines meiner Ziele ist, dass das ZISC seine hohe Qualität beibehält und weiterhin zu den besten Forschungszentren für Informationssicherheit der Welt gehört.» Die Donation ermögliche, die Kapazität des Kompetenzzentrums und dessen Effektivität zu steigern. «Die Schweiz ist das richtige Land für dieses Vorhaben, da Sicherheit mit Vertrauen zu tun hat und die Schweiz dabei weltweit hohes Ansehen geniesst», so Capkun. (ETH/mc/ps)

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