EU-Kommission sieht biologische Vielfalt gefährdet

Bienen
(Foto: Greenpeace)

Bienen sind immer mehr vom Aussterben bedroht. (Foto: Greenpeace)

Brüssel – Die Tierwelt in Europa stirbt sehr rasch aus, da die artenreichen Lebensräume durch die Verstädterung, intensive Landwirtschaft, fremde Arten und gewerbliche Forstwirtschaft immer mehr eingeschränkt werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Europäischen Kommission, die diese Woche veröffentlicht werden soll.

Artenvielfalt nimmt drastisch ab
Ziel der Studie ist eine Überprüfung der «Biodiversity Strategy» der EU, die 2012 gestartet wurde. Sie hat zum Ziel, den Verlust der Artenvielfalt bis zum Jahr 2020 zu stoppen und womöglich eine bereits verlorene Biodiversität wiederherzustellen. Derzeit sieht es so aus, als ob die Artenvielfalt weiter abnimmt.

«Wir verlieren und zerstückeln natürliche Lebensräume», so Frank Wugt Larsen von der Europäischen Umweltagentur. Laut Larsen befanden sich 77 Prozent der artenreichsten Lebensräume Europas zwischen 2007 und 2013 in einem ungünstigen Erhaltungszustand. Ähnlich stark betroffen ist die Artenvielfalt. 60 Prozent der untersuchten Arten befinden sich in keinem guten Zustand.

Schmetterlinge, Bienen, Vögel
Die Zahl an Schmetterlingen, Bienen und Vögel geht zurück. So hat sich die Population der auf Wiesen lebenden Schmetterlinge zwischen 1990 und 2011 halbiert. 24 Prozent der europäischen Hummelarten sind vom Aussterben bedroht. Die Studie warnt auch vor einem Rückgang der bestäubenden Insekten, was Auswirkungen auf die Landwirtschaft haben könnte. 84 Prozent der europäischen Ernten sind davon abhhängig.

Das gleiche Schreckensbild wird für die Fischbestände und die Lebensräume in den Meeren gezeichnet. Nur sieben Prozent der Arten und neun Prozent der Lebensräume können laut der Analyse als in einem guten Zustand befindlich bezeichnet werden. Laut dem Experten werden viele Fischvorkommen immer noch über den höchstmöglichen Ertrag hinaus befischt.

Der Vögelpopulation geht es auch nicht besser. Die Anzahl der Tiere ist seit 1990 um zwölf Prozent zurückgegangen. Von diesem Rückgang sind die 39 Arten am stärksten betroffen, die auf Feldern leben. Ihre Population hat insgesamt um 20 Prozent abgenommen. Grosse Fleischfresser wie der Braunbär, der Luchs und der Wolf erholen sich langsam. Die Naturschutzgebiete im Rahmen von «Natura 2000» haben an Umfang zugenommen. Sie machen laut Larsen derzeit 18 Prozent der EU aus. (pte/mc/ps)

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