Festhypotheken-Zinsen geben im zweiten Quartal nur leicht nach
Zürich – Die Zinsen für Festhypotheken in der Schweiz sind im zweiten Quartal trotz gesunkener Kapitalmarktzinsen nur leicht zurückgegangen. Nach Einschätzung des Vergleichsportals Comparis verhindern die anhaltenden geopolitischen Unsicherheiten und die unterschiedlichen Zinssignale der grossen Notenbanken einen stärkeren Rückgang.
Für Entspannung sorgte eine vorübergehende Beruhigung der Lage im Nahen Osten. Dadurch sanken die Öl- und Gaspreise sowie die Inflationserwartungen, was die Kapitalmarktzinsen und die Refinanzierungskosten der Banken drückte. Die Unsicherheit sei aber weiterhin hoch, was sich in unverändert erhöhten Handelsspannen der Banken zeige, erklärte Comparis im jüngsten Hypothekenbarometer vom Donnerstag.
Die Refinanzierungskosten der Banken, die sogenannten Swap-Sätze, gaben im zweiten Quartal über alle Laufzeiten nach. Der 10-jährige Swap-Satz sank laut Comparis bis Ende Juni auf 0,53 Prozent nach 0,55 Prozent Ende März. Der 5-jährige verringerte sich auf 0,26 von 0,31 Prozent und der 3-jährige auf 0,15 von 0,21 Prozent. Da Banken auf diese Sätze ihre Marge aufschlagen, verbilligten sich auch Festhypotheken leicht.
So sank der publizierte Richtsatz für 10-jährige Festhypotheken bis Ende Juni auf 1,77 Prozent nach 1,81 Prozent Ende März. Jener für 5-jährige Laufzeiten fiel auf 1,52 von 1,56 Prozent und der für 3-jährige auf 1,32 von 1,39 Prozent. Erstrangige Saron-Hypotheken wurden weiterhin im Durchschnitt zu 0,8 bis 1,2 Prozent angeboten.
Comparis berechnet den Richtsatz zu den Festhypotheken anhand der von 30 Kreditinstituten öffentlich publizierten Referenzzinsen.
Comparis weist in der Mitteilung auf ein hohes Sparpotenzial hin. Die tatsächlich ausgehandelten Zinssätze lägen teils deutlich unter den veröffentlichten Richtzinsen. Ein Marktvergleich und Verhandlungen mit den Kreditinstituten könnten sich deshalb lohnen, heisst es. (awp/mc/ps)