Forscher macht Insolvenzen berechenbar

Forscher macht Insolvenzen berechenbar

Rostock – Für den Volkswirten an der Universität Rostock, Rafael Weissbach, reicht ein Parameter, um die Insolvenzwahrscheinlichkeit von Schuldnern vorauszusagen. Eine gute Nachricht für Banken, die komplexe Formeln zur Hilfe nehmen müssen, um vorhersagen zu können, wie hoch die Aussichten für eine Insolvenz sind.

Das Thema ist auch daher brisant, weil sich die Quote der Insolvenzen seit den 60er-Jahren verzehnfacht hat. «Ich denke, das liegt daran, dass die Wirtschaft damals noch im Aufbau war», sagt der Wirtschaftler. Warum die Zahl der Insolvenzen kontinuierlich gestiegen ist, kann er nicht beantworten. Klar sei, dass die Banken an dem massenhaften Auftreten von Insolvenzen heute leiden würden. «Meine Methode ist sehr einfach», sagt Weissbach gegenüber pressetext. Man könne es sich vorstellen, wie eine Treppe. Wenn der Schuldner in einer Ratingklasse ganz oben anfängt, muss er viele Treppenstufen fallen, um unten anzukommen und andersherum.

«Qualität lässt sich in einer Zahl ausdrücken»
«Den Banken liegen natürlich die internen qualitativen Expertenmeinungen über ihre Schuldner vor», sagt Weissbach. Daraus möchte Weissbach eine numerische Grösse für den Ausfall des verliehenen Geldes errechnen können. Ein Zwischenschritt auf dem Weg zu einem mathematischen Vorgehen sei die Erkenntnis, dass sich auch aus den qualitativen Einschätzungen der Bankanalysten eine Metrik formulieren lässt. «So wie der Abstand zweier fahrender Autos leicht messbar ist und erahnen lässt, wann ein Aufprall zu erwarten ist, kann auch der Abstand eines Kreditnehmers zu seinem Ausfall gemessen werden», ist Weissbach überzeugt. (pte/mc/ps)

Universität Rostock

Originalbeitrag Pressetext

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