GAV-Löhne 2012: Effektivlöhne werden um 1,1 Prozent angehoben

GAV-Löhne 2012: Effektivlöhne werden um 1,1 Prozent angehoben

Neuenburg – Gemäss den jüngsten Erhebungen des Bundesamtes für Statistik (BFS) haben die unterzeichnenden Sozialpartner der wichtigsten Gesamtarbeitsverträge (GAV) für das Jahr 2012 eine nominale Effektivlohnerhöhung um 1,1 Prozent beschlossen. Davon werden 0,7 Prozent generell und 0,4 Prozent individuell erteilt. Die Mindestlöhne wurden um 1,4 Prozent erhöht. Von den Lohnverhandlungen waren rund 1’001’000 Personen betroffen.

Effektivlöhne stiegen um 1,1 Prozent
Im Rahmen der wichtigsten GAV, also der GAV mit mindestens 1500 unterstellten Personen, wurde von den Sozialpartnern für das Jahr 2012 eine Effektivlohnerhöhung von durchschnittlich 1,1 Prozent vereinbart. Seit Beginn der Finanzkrise im Jahr 2008 schwankte die Effektivlohnanpassung zwischen 2,6 Prozent im Jahr 2009, 0,7 Prozent im Jahr 2010, 1,6 Prozent im Jahr 2011 und 1,1 Prozent im Jahr 2012. Unter Einbezug der Teuerungsprognosen für das Jahr 2012 (-0,4%) sollten die Reallöhne im GAV-Bereich um 1,5 Prozent zunehmen. Rund 548’000 Personen waren von den Abschlüssen zu den Effektivlöhnen betroffen.

Das Effektivlohnwachstum betrug 1 Prozent im sekundären Sektor und 1,2 Prozent im tertiären Sektor. Die höchsten Anpassungen wurden in der Luftfahrt (+3,2%), den Post-, Kurier- und Expressdiensten (+2,4%) und der Herstellung von Metallerzeugnissen (+2%) verzeichnet. In den Branchen Herstellung von Bekleidung, Herstellung von Holzwaren (ohne Möbel) sowie Heime (ohne Erhohlungs- und Ferienheime) hingegen sind die Effektivlöhne gleich geblieben.

Lohnerhöhungen zumeist generell erteilt
2012 gliederte sich die Erhöhung der GAV-Löhne von 1,1 Prozent in 0,7 Prozent generelle und 0,4 Prozent individuelle Erhöhungen. Somit wurden 63 Prozent der für Lohnerhöhungen bestimmten Lohnsumme gleichmässig an die betroffenen Personen verteilt. Im Jahr 2012 stieg der Anteil der generellen Anpassungen weiter an (2010: 46%, 2011: 54%). Im sekundären Sektor betrug er 67 Prozent (2011: 64%) und im tertiären Sektor 60 Prozent (2011: 50%). Im letztgenannten Sektor wies der Detailhandel den geringsten Anteil an generell zugesicherten Anpassungen auf (5%). Zum Vergleich: Im Jahr 2011 lag dieser bei 56 Prozent.

Mindestlöhne um 1,4 Prozent erhöht
Die in den wichtigsten GAV festgelegten Mindestlöhne wurden 2012 um 1,4 Prozent angehoben. Die Anpassung lag somit mehr als einen Prozentpunkt über dem Wert des Vorjahres (2011: +0,3%).

Rund 922’000 Personen waren von den Abschlüssen zu den Mindestlöhnen betroffen. Insgesamt 765’000 Personen sind einem GAV unterstellt, in dem die Mindestlöhne angepasst wurden, und 157’000 unterliegen einem GAV, in dem die Lohnskalen neu sind oder deren Struktur verändert wurde.

Das Mindestlohnwachstum betrug 1 Prozent im sekundären Sektor und 1,6 Prozent im tertiären Sektor. Die stärksten Anpassungen wurden in der Gastronomie (+2,9%), dem Verlagswesen (+2,5%) und der Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen, Uhren (+2,4%) verzeichnet. In den Branchen Herstellung von Bekleidung, Herstellung von Holzwaren (ohne Möbel), Herstellung von sonstigen Produkten aus nichtmetallischen Mineralien, Handel, Instandhaltung und Reparatur von Motorfahrzeugen sowie Heime (ohne Erholungs- und Ferienheime) hingegen sind die Mindestlöhne unverändert geblieben. (BFS/mc/ps)

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