Geschäftsflächenmarkt in wirtschaftlicher Talsohle

Büro
(Foto: xy - Fotolia.com)

Zürich – Die Mieten für Büro- und Retailflächen standen im 2. Quartal 2016 unter dem Druck eines Angebotsüberhangs. Eine Erholung der Wirtschaft ist frühestens 2017 in Sicht. Bis dahin sind die Vermieter gemäss dem «Country Snapshot Switzerland» von Cushman & Wakefield und dem Schweizer Alliance Partner SPG Intercity zu Incentives oder Mietreduktionen gezwungen.

Die wirtschaftliche Baisse der Schweizer Wirtschaft und die Verunsicherung über die Folgen des Brexit auf die europäische und Schweizer Konjunktur blieb im 2. Quartal nicht ohne Einfluss auf den Markt für Gewerbeflächen. Die Unternehmen begegneten dem starken Franken und den sinkenden Margen mit weiteren Kostensenkungs- und Effizienzsteigerungsmassnahmen.

Ausser im CBD in Zürich immer mehr freie Büroflächen
Das Angebot an freien Büroflächen stieg im 2. Quartal marktweit. Eine der wenigen Ausnahmen bildete der Central Business District (CBD) Zürichs, wo sich eine leichte Entspannung abzeichnete. Vor allem Finanzunternehmen, aber auch andere Branchen setzten ihre Konsolidierung fort. Es ist davon auszugehen, dass Flächenzusammenlegungen anhalten werden. In Folge davon sind die Mieten nach wie vor unter Druck.

Vermieter versuchen diesen primär über weitere Incentives wie mietzinsfreie Perioden und Kostenbeteiligungen an Mieterausbauten aufzufangen. Die Vermietung dürfte erst wieder sichtbar anziehen, wenn das Vertrauen der Unternehmen in einen bevorstehenden Aufschwung wächst. Ein solcher steht frühestens 2017 in Aussicht, schreibt SPG Intercity in einer Mitteilung.

Mieten für erstklassige Büroflächen unverändert
Die Mieten für erstklassige Büroflächen lagen zur Jahresmitte gegenüber dem Vorjahr unverändert bei 750, 800 und 350 CHF/m2/Jahr für Zürich, Genf und Basel. Die Nettoanfangsrendite von Büroliegenschaften lag für die drei Städte bei 3,70%, 4,00% und 4,40%, was gegenüber den langfristigen Zinssätzen nach wie vor ein beachtlicher Spread ist.

Mieten abseits der Top-Lagen geben nach
Am Markt für Retailflächen bestimmt die weiterhin gedämpfte Konsumentenstimmung in Kombination mit steigenden Umsätzen im Online-Handel die Richtung. Zusammen mit der Währungssituation kommt dies in einem deutlichen Anstieg der vermietbaren Flächen zum Ausdruck. Die Zahl der freien Verkaufslokalitäten nahm zur Jahresmitte gegenüber dem Vorjahr um 4,7% zu. Die Mieten abseits der Top-Lagen gaben unter dem Druck des Marktangebotes und der stärkeren Mieterposition auf breiter Front nach. Am stärksten betroffen vom Preisnachlass war wegen der Grenznähe die Rheinstadt Basel. Hier sanken die Mieten im Jahresvergleich selbst an bevorzugten Lagen um nicht weniger als 14,8% gegenüber dem Vorjahr. Die Renditen lagen mit 3,20% für Zürich, 4,25% für Genf und 4,35% für Basel auf oder nahe den langjährigen Tiefstwerten. (mc/pg)

SPG Intercity

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.