Gewerbe fordert rasche Umsetzung der Engpassbeseitigung auf Nationalstrassen

Hans-Ulrich Bigler
sgv-Direktor Hans-Ulrich Bigler. (Foto: sgv)

sgv-Direktor Hans-Ulrich Bigler. (Foto: sgv)

Bern – Fast 21‘000 Autobahn-Staustunden pro Jahr sind zu viel! Mit der Schaffung eines langfristig ausgerichteten und verbindlichen Finanzierungsfonds und der konsequenten Nutzung der Einnahmen aus dem Strassenverkehr muss die Strasseninfrastruktur dringend verbessert und ausgebaut werden. Längst überfällig sind etliche Ausbauprojekte des Bundes wie z.B. jene  von Morges und  im Glatttal, mit denen das Nationalstrassennetz konkret ergänzt werden soll. Das fordern der sgv, der Autogewerbeverband Schweiz sowie die SwissRetail Federation an einer gemeinsamen Pressekonferenz in Bern. Eine Erhöhung des Mineralölsteuerzuschlags und damit höhere Benzinpreise lehnt der sgv ab.

Der Schweizerische Gewerbeverband sgv unterstützt die Idee des Bundesrates, auf Verfassungsebene einen Strassenfonds zu verankern. Dies ist nach FABI der  zweite wichtige Schritt, um die Finanzierungsströme zwischen Schiene und Strasse zu entflechten und die dringende Engpassbeseitigung auf den Nationalstrassen und in den Agglomerationen voranzutreiben und umzusetzen. Eine Erhöhung des Mineralölsteuerzuschlags lehnt der sgv als grösster Dachverband der Schweizer Wirtschaft aber klar ab. Vielmehr verlangt er, dass die Gelder des Strassenfonds im Sinne der „Milchkuh-Initiative“ ausschliesslich der Strasse zugutekommen. „Wie bei FABI muss nun auch der Verpflich-tungskredit für die Erweiterung, den Ausbau, Betrieb und Unterhalt der Strassen aufgestockt werden. Die Umfahrung Morges sowie die Glatttalautobahn sind als dringende Projekte in den Netzbeschluss aufzunehmen“, fordert sgv-Direktor Hans-Ulrich Bigler.

Autobahn-Staustunden um 3,4 Prozent angestiegen
Dass dringend in die Strasseninfrastruktur investiert werden muss, zeigt der Anstieg der Autobahn-Staustunden um 3,4 Prozent im vergangenen Jahr gegenüber 2012. Die Strassenbenützer standen 2013 auf Nationalstrassen insgesamt fast 21‘000 Stunden im Stau – Vier Fünftel davon wegen Verkehrsüberlastung. „Diese unproduktiven Staustunden verursachen Kosten von schätzungsweise 1,5 Milliarden Franken“, sagt Adrian Wyss, von der SwissRetail Federation. Als Geschäftsführer des Dachverbands des Detailhandels, dessen Mitglieder die Waren in der Schweiz verteilen, sieht er die flächendeckende Versorgungssicherheit in der Schweiz zunehmend in Frage gestellt: „Diese Feinver-teilung lässt sich nur über die Strasse abwickeln. In Staus verlieren Angestellte und Gewerbetreibende zu viel Zeit. Es braucht dringend eine Kapazitätserweiterung auf den Hauptachsen und in den Agglo-merationen“, betont Wyss.

«Milchkuh-Initiative»
Wie die Finanzierung der Strasseninfrastruktur sichergestellt werden kann, zeigte Urs Wernli, Zentralpräsident des Autogewerbeverbandes Schweiz auf. „Steuern, Gebühren und Abgaben der Autofahrer sollen künftig vollumfänglich der Strasse zugutekommen“, bringt er das Hauptanliegen der Volksinitiative „Für eine faire Verkehrsfinanzierung“ (sog. „Milchkuh-Initiative“) auf den Punkt. „Es darf nicht sein, dass die Strassenbenützer immer mehr zahlen und trotzdem im Stau stehen. Es braucht dringend eine weitere Entflechtung der Finanzströme. Das heute von den Automobilisten bezahlte Geld reicht für ein funktionstüchtiges und gut ausgebautes (National-)Strassennetz aus. Mit unserer Initiative garantieren wir, dass dieses Geld verursachergerecht eingesetzt wird.  (sgv/mc/ps)

Die Nummer 1
Als grösste Dachorganisation der Schweizer Wirtschaft vertritt der sgv 250 Verbände und gegen 300’000 Unternehmen.

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