Greenpeace-Aktivisten machen Axpo-Hauptsitz zur Blackbox

Florian Kasser
Florian Kasser, Energie-Campaigner bei Greenpeace Schweiz.

Zürich/Baden – Rund 30 Greenpeace-Aktivisten haben an Morgen ein Glasgebäude des Axpo-Hauptsitzes in Baden (AG) mit schwarzem Stoff verhüllt. Mit der friedlichen Protest-Aktion wollten sie aufzeigen, «wie intransparent die Axpo zum Zustand des AKW Beznau kommuniziert» und fordern, «dass endlich Licht in die Blackbox kommt», wie Greenpeace in einer Mitteilung schreibt.

Vom Dach des Axpo-Hauptsitzes entrollten sie riesige schwarze Tuchbahnen, welche die Fassaden verhüllen und aus dem Axpo-Hauptsitz eine Blackbox machen. Auf Transparenten wird die Frage gestellt: «Was hat die Axpo zu verbergen?» Die Aktivisten machen so auf die «riesigen Transparenz-Defizite im Zusammenhang mit dem AKW Beznau» aufmerksam, das von der Axpo betrieben wird. «Es muss jetzt endlich Licht in diese Blackbox kommen», fordert Florian Kasser, Leiter der Atomkampagne von Greenpeace Schweiz.

Beschädigtes Herzstück
Hintergrund der Protest-Aktion sind Sorgen um den Zustand des Herzstücks von Beznau 1, den Reaktordruckbehälter. Dieser ist aufgrund des jahrzehntelangen Betriebs des ältesten AKW der Welt stark versprödet, also abgenutzt. Einen Bericht, der über den Grad der Versprödung detailliert Auskunft geben würde, hält die Axpo aber weitgehend unter Verschluss – trotz anderslautender Empfehlung des Öffentlichkeitsbeauftragten des Bundes (EDÖB). Ähnlich intransparent informiert die Axpo über den zweiten besorgniserregenden Befund zum Druckbehälter: In dessen Stahlwand wurden vergangenes Jahr fast 1000 Schwachstellen entdeckt. «Die Bevölkerung hat ein Recht darauf, vollständig über das Ausmass dieser Schäden informiert zu werden», sagt Kasser. «Bei einem schweren Atomunfall im AKW Beznau wäre die Bevölkerung die Leidtragende.»

Grosse Unterstützung
Die Forderung nach Transparenz und einem öffentlichen Hearing wird von 40 Organisationen und mehr als 8000 Privatpersonen mitgetragen. Deren Namen wollen die Aktivisten im Laufe des Tages auf einem grossen weissen Transparent an der Fassade anbringen – zusammen mit den Namen jener, die während der Aktion den Aufruf auf byebyebeznau.ch unterschreiben. Wenn die Namen alle angebracht sind, wollen  die Aktivisten ihre gewaltfreie Protestaktion beenden. (Greenpeace/mc/ps)

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