Greenpeace: Alpiq muss raus aus der schmutzigen Energie

Greenpeace-Protest

Greenpeace-Protest vor dem Palais Beaulieu in Lausanne am Donnersdtag.

Lausanne – Greenpeace-Aktivisten haben heute in Lausanne anlässlich der ordentlichen Generalversammlung mit dem Slogan «Weder Atomkraft noch fossile Brennstoffe – 100% erneuerbare Energien» die verfehlte Ausrichtung des führenden Schweizer Energiekonzerns angeprangert. Alpiq hat ihr Rahmenbewilligungsgesuch für den Bau eines neuen Atomkraftwerks noch immer nicht zurückgezogen. Der Konzern verfolgt in der Schweiz und im Ausland eine auf thermischen Kraftwerkprojekten beruhende Investitionsstrategie anstatt die erneuerbaren Energieträger in unserem Land zu nutzen und auf Energieeffizienz zu setzen.

Heute findet im Lausanner Palais Beaulieu die ordentliche Generalversammlung des Alpiq-Konzerns statt. Um die Aktionäre auf die verfehlte Ausrichtung des Konzerns aufmerksam zu machen, haben 50 Greenpeace-Aktivisten vor dem Eingang zum Palais Kohle aufgehäuft und Fässer platziert. Mit dem Kennzeichen für Strahlenwarnung versehen, sollen diese die bei der Produktion von Atomstrom anfallenden radioaktiven Abfälle symbolisieren. Zudem haben Kletterer an der Gebäudefassade ein Transparent ausgerollt, mit einem Slogan, der die Forderungen von Greenpeace auf den Punkt bringt: «Weder Atomkraft noch fossile Brennstoffe – 100% erneuerbare Energien!».

«Betreiber von Mayak begehen Verbrechen an der Umwelt»
Zwei Drittel des von Alpiq produzierten Stroms stammen aus AKWs und aus Gas- oder Kohlekraftwerken. Im Übrigen setzt das Atomkraftwerk Gösgen mit Hauptaktionärin Alpiq zu einem grossen Teil Brennstäbe aus der russischen Wiederaufarbeitungsanlage Mayak ein. Die Region von Mayak ist über weite Strecken radioaktiv verseucht. Radioaktive Abwässer belasten das Wasser der Tetscha, des wichtigsten Flusses in der Region. Wasserproben aus der Tetscha wiesen im vergangenen Jahr noch 75 Kilometer unterhalb der Wiederaufbereitungsanlage von Mayak Strontium-Konzentrationen auf, welche die legalen Grenzwerte durchgehend weit übersteigen. «Die Betreiber von Mayak begehen Verbrechen an der Umwelt», sagt Florian Kasser, Leiter der Atomkampagne bei Greenpeace Schweiz, «und der Alpiq-Konzern als Abnehmer von wiederaufbereiteten Brennstäben aus der Anlage ist mitverantwortlich für die radioaktive Verschmutzung der Region und gefährdet die Gesundheit der Lokalbevölkerung.»

Rückzug des Gesuchs für weiteres AKW gefordert
In Zukunft scheint der Konzern weiterhin vornehmlich auf die Energieproduktion aus fossilen Brennstoffen wie Gas und Kohle setzen zu wollen. Geplant sind  Investitionen in Kohlekraftwerke – namentlich im deutschen Brunsbüttel und, via Beteiligung am Energieunternehmen Repower, im süditalienischen Saline Joniche. Allein die Emissionen dieser beiden Anlagen würden rund 40% des gesamten schweizerischen CO2- Ausstosses entsprechen. Greenpeace verlangt, dass der Alpiq-Konzern das hängige Gesuch für den Bau eines weiteren Atomkraftwerkes in der Schweiz zurückzieht, die Einfuhr von wiederaufbereiteten Brennstäben aus Mayak einstellt und keine weiteren Investitionen in thermische Kraftwerke tätigt. «Alpiq muss endlich ihre Geschäfte mit dreckigen Energieträgern aufgeben und die Schweiz ausschliesslich mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen versorgen», fordert Florian Kasser. (Greenpeace/mc/ps)

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