Greenpeace begrüsst Fluggäste mit Wegweiser zum ältesten AKW der Welt

Greenpeace

Mit dem Slogan «World’s oldest nuclear reactor» begrüsst Greenpeace Schweiz ankommende Touristen. (Foto: Greenpeace/Nicolas Fojtu)

Zürich – Auf einer Fläche von 4500 m2 entsteht derzeit beim Flughafen Zürich-Kloten eine Schweiz-Werbung der anderen Art. Ein riesiger Wegweiser weist in Richtung des AKW Beznau. Greenpeace Schweiz macht damit auf eine unangenehme Wahrheit aufmerksam, wie die Umweltorganisation in einer Mitteilung schreibt: In unserem Land steht das älteste AKW der Welt – mitten in dicht besiedeltem Gebiet.

Wer in den nächsten zwei Wochen am Flughafen Zürich-Kloten ankommt, wird beim Landeanflug mit einer ungewöhnlichen Botschaft begrüsst. In der Anflugschneise Nord wandelt Greenpeace Schweiz ein Feld von der Grösse eines halben Fussballfelds in einen riesigen Wegweiser um mit der englischen Botschaft «World’s oldest nuclear reactor – Welcome to Switzerland» sowie einer Kilometerangabe. Der Wegweiser soll Touristen und Heimkehrer darauf aufmerksam, dass das älteste AKW der Welt nur etwas mehr als 20 Kilometer weit weg liegt. «Die Schweiz ist berühmt für ihre Berge, ihre Schokolade, ihre Sackmesser – aber nur die Wenigsten wissen, dass Beznau das älteste AKW der Welt ist und die Bevölkerung bedroht», begründet Greenpeace-Kampagnenleiter Christian Engeli die Aktion.

Beznau liegt näher als man denkt
Der Riesen-Wegweiser ist der Auftakt für die neue Kampagne von Greenpeace Schweiz. Diese soll die Schweizerinnen und Schweizer auch darauf hinweisen, wie dicht besiedelt die Umgebung des AKW Beznau ist. Ein Atomunfall hätte hier deshalb fatale Folgen: Es sei damit zu rechnen, dass rund eine Million Menschen ihr Zuhause für Jahrzehnte verlassen müssten – sie würden zu Flüchtlingen im eigenen Land, so Greenpeace. Auf der Kampagnen-Website byebyebeznau.ch kann jeder und jede herausfinden, wie nahe das AKW Beznau ist.

«Beznau darf nie mehr ans Netz»
«Das älteste AKW der Welt ist defekt und darf nie mehr ans Netz gehen», fordert Engeli. Reaktor 1 von Beznau steht seit über einem Jahr still – ohne Probleme für die Stromversorgung der Schweiz. Der Grund für die lange Abschaltung: besorgniserregende Schwachstellen im Reaktordruckbehälter, dem Herzstück der Anlage. «Bei dieser uralten Anlage müsste so ein Befund der Todesstoss sein», sagt Engeli. Doch die Betreiberin, die Axpo, setzt alles daran, die Anlage wieder in Betrieb zu nehmen. (Greenpeace/mc)

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