Greenpeace: Procter & Gamble trägt Mitverantwortung für Urwaldzerstörung

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Greenpeace-Aktivist in einem gerodeten Gebiet für eine Palmöl-Anlage der Firma BW Plantation in Kalimantan (Foto: Kalimantan © Ulet Ifansasti / Greenpeace)

Zürich – Der Konzern Procter & Gamble bezieht Palmöl von Herstellern, die nach Greenpeace-Recherchen den Regenwald in Indonesien zerstören und die Rückzugsräume der bedrohten Sumatra-Tiger und Orang-Utans vernichten.

Palmöl steckt in zahlreichen Konzern-Produkten wie zum Beispiel Shampoo von Head & Shoulders, Ariel-Waschmittel oder Gillette-Rasierschaum. «Als einer der grössten Palmölabnehmer weltweit hat Procter & Gamble eine Verantwortung beim Regenwaldschutz. Der Konzern muss schmutziges Palmöl aus seinen Produkten verbannen», sagt Mirjam Kopp, Waldexpertin von Greenpeace Schweiz. Procter & Gamble ist in der Romandie ein wichtiger Arbeitgeber. Der Konzern ist schon seit 60 Jahren in der Schweiz und hat in Genf sein Zentrum für strategische Planung für die Geschäftsbereiche in Europa, Mittlerer Osten und Afrika.

Tausende von Hektaren Orang-Utan-Lebensraum zerstört
Über verzweigte Lieferwege gelangt das schmutzige Palmöl zu Procter & Gamble.  Eins von zehn Fallbeispielen der Greenpeace-Recherchen zeigt: Die Firma BW Plantation verkauft Palmöl an zahlreiche Händler, darunter auch Musim Mas, die auch Procter & Gamble beliefern. Greenpeace-Recherchen belegen, dass BW Plantation in Kalimantan Tausende von Hektaren ausgewiesenen Orang-Utan-Lebensraum zerstört hat. «Procter & Gamble muss schleunigst Transparenz und Rückverfolgbarkeit in seine Lieferkette bringen und strengere Anforderungen an seine Palmöllieferanten stellen», sagt Kopp.

RSPO-Kriterien zu schwach
Rund 460’000 Tonnen Palm- und Palmkernöl verarbeitet Procter & Gamble jährlich in seinen Produkten. Weniger als zehn Prozent davon bezog Procter & Gamble im Berichtsjahr 2012/2013 zertifiziert nach den Kriterien des Runden Tisch für nachhaltiges Palmöl (RSPO). Dieser soll eigentlich für mehr Nachhaltigkeit in der Palmölbranche sorgen. Greenpeace kritisiert die RSPO-Kriterien jedoch als zu schwach und wies in einem Report im September 2013 nach, wie RSPO-Mitglieder schützenswerte Wälder zerstören und Torfmoore trockenlegen.

Grösster Treiber der Entwaldung
In Indonesien ist die Palmölproduktion der grösste Treiber der Entwaldung. Allein für Palmöl werden jährlich um die 150’000 Hektar Regenwälder zerstört. Die Austrocknung von Torfmooren und Rodung von Wäldern setzt klimaschädliches CO2 frei. Die Tiere des Waldes wie zum Beispiel der bedrohte Sumatra-Tiger und der Orang-Utan verlieren ihren Lebensraum. Es kommt zu Landraub und Vertreibung der lokalen Gemeinden.

Konsumentinnen und Konsumenten können mit Greenpeace gemeinsam Procter & Gamble auffordern, auf Palmöl aus Regenwaldzerstörung zu verzichten. Heute startet eine internationale Greenpeace-Petition an die Vorsitzende der Geschäftsführung, Pirjo Väliaho, sowie den internationalen CEO A.G. Lafley. (Greenpeace/mc/ps)

Weitere Informationen finden Sie unter http://1708.seu.cleverreach.com/c/13622185/f01289d1402-n1liv4

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