SwissICT: Teilzeit-Arbeitende bei Löhnen diskriminiert

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(Foto: strixcode - Fotolia.com)

Zürich – Einzelne Studien deuten darauf hin, dass Teilzeitarbeitende nicht erklärbaren Lohndiskriminierung unterworfen sind. Der Verband swissICT hat seine diesjährigen Salärumfrage dahingehend analysiert. Resultat: Bei den teilnehmenden Firmen sind keine signifikanten Lohnunterschiede bei Teilzeitern festzustellen. Die umfassendste Studie „Saläre der ICT 2016“ zeigt detailliert aktuelle Informatikerlöhne und ist für jedermann erhältlich.

Kann Teilzeitarbeit Auswirkungen nicht nur auf die Beförderungschancen haben, sondern auch auf die Löhne? Darauf deuten einzelne Studien hin. So wurde bei einer Analyse der Daten der Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung (Sake) bspw. eine nicht erklärbare (d. h. nicht durch Faktoren wie Ausbildung, Alter oder durch Erfahrung begründete) Lohndifferenz zu Vollzeit-Arbeitenden von ca. 4% bis 20% errechnet.

Diese Differenz könnte eine Diskriminierung der Teilzeit-Arbeitenden darstellen, bzw. eine verpasste Möglichkeit bedeuten (da ja Teilzeitarbeit eine persönliche Wahl ist), so eine Studie (vgl. Krone-Germann, Irenka: Part-Time Employment in Switzerland. Relevance, Impact and Challenges, Peter Lang, Bern 2011, ISBN 978-3-0343-0614-0).

Der Verband swissICT, der die umfassendste Informatik-Lohnstudie „Saläre der ICT 2016“ publiziert, hat sie im Rahmen der aktualisierten Publikation dahingehend ausgewertet. Datenbasis bildeten die von 234 Firmen freiwillig genannten Löhne zwischen 2014 bis 2016 in den Kompetenzstufen „Junior“, „Professional“ und „Senior“. Diese umfassen die Mehrzahl der Schweizer Informatiker.

Die Resultate: es ist bei den teilnehmenden Firmen und Behörden in diesem Zeitraum bei den Medianlöhnen keine Diskriminierung zwischen ICT-Vollzeit-und Teilzeitarbeitenden festzustellen. Auch bei den „Junior“-Löhnen ist die Lohndifferenz zu klein, um relevant zu sein.

Informatik attraktiv für Teilzeiter und Frauen
„Man kann daraus folgern, dass es als Informatiker attraktiv ist, Teilzeit zu arbeiten“, sagt Paul Brodmann, Leiter der verantwortlichen Arbeitsgruppe „Saläre“ von swissICT. Und es ist einen weitere gute Nachricht speziell für Frauen, hat doch swissICT bereits 2015 festgestellt, dass die Lohnunterschiede Männer – Frauen in der ICT wesentlich geringer sind als in den übrigen Branchen oder im Schweizer Durchschnitt.

An der nun erschienen Studie haben 234 Firmen, Behörden und Organisationen aus der gesamten Schweiz freiwillig teilgenommen und 27’644 detaillierte Salärdaten ihrer Informatik­Mitarbeitenden genannt (+ 13% Nennungen). Sie bietet differenzierte Lohnangaben für die 42 Informatik-Berufsbilder und in Relation zu Faktoren wie Kompetenzstufen, Branche, Alter, Unternehmensgrösse und Region.

Die Studie „Saläre der ICT 2016“ und alle einzelnen Berufsbilder können von jedermann erworben werden unter www.swissict.ch/lohn/. swissICT-Mitglieder geniessen Rabatt. (swissICT/mc/ps)

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