Kalifornien beginnt Emissionshandel mit Erfolg

Schadstoffe

San Francisco – Im Kampf gegen die Klimaerwärmung hat Kalifornien als erster US-Bundesstaat Emissionszertifikate verkauft. Bei der ersten Auktion seien 233 Millionen Dollar in die Kasse gekommen, teilte die federführende Behörde mit. Mit dem Verkauf aller 23,1 Millionen Zertifikate ist das zweitgrösste Emissionshandelssystem der Welt nach dem der Europäischen Union erfolgreich in Kraft getreten.

Es hatte Zweifel gegeben, ob ein solches System in den USA funktionieren würde. Dabei erkaufen sich Unternehmen das Recht, eine bestimmte Menge des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) in die Atmosphäre zu pusten. Mary Nichols, Vorsitzende der Aufsichtsbehörde ARB (California Air Resources Board) für Abgasbestimmungen, wertete die erste Auktion als Erfolg. «Dies ist ein wichtiger Meilenstein für unseren Staat», sagte Nichols. Damit sei der Prozess eingeleitet worden, von fossilen Brennstoffen unabhängiger zu werden.

Stufenweise Einführung
Der Karbonemissionshandel soll in Stufen eingeführt werden. Bei der ersten Auktion ging es zunächst nur um die grössten Verschmutzer wie Zementfabriken, Stahlwerke, Raffinerien und Elektrohersteller. 350 Unternehmen mit insgesamt etwa 600 Standorten hatten an der Versteigerung teilgenommen. Sie bekommen Umsonst-Zertifikate für 90 Prozent ihrer aktuellen Treibhausgas-Emissionen. Was sie darüber hinaus brauchen, müssen sie am neuen staatlichen Emissionsmarkt kaufen. Senken sie den Schadstoffausstoss auf unter 90 Prozent, dürfen sie die dann überflüssigen Zertifikate selbst veräussern.

Schadstoff-Ausstoss soll bis 2020 um 17 % reduziert werden
Kalifornien ist der bevölkerungsreichste und produktivste US-Bundesstaat. Auf sich allein gestellt wäre der Westküstenstaat die neuntgrösste Volkswirtschaft der Welt. Bis 2020 soll in Kalifornien der Ausstoss von CO2 und anderen Klimakillern um 17 Prozent reduziert werden. Der CO2-Emissionshandel ist Teil eines schon 2006 beschlossenen Gesetzespakets zum Klimaschutz. Kritiker befürchten, die zusätzlichen Kosten könnten Unternehmen aus Kalifornien vertreiben. (awp/mc/pg)

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