KMU-Barometer: Eurokrise bereitet grosse Sorgen

Barometer

Zürich – Schweizer KMU zeigen sich robust angesichts der weltweit abflauenden Konjunktur und der europäischen Staatsschuldenkrise. Die aktuelle Geschäftslage wird von 92 Prozent der Unternehmen als positiv bewertet, zwei von drei KMU sind sogar uneingeschränkt zufrieden. Damit scheint auch die Frankenkrise vorerst gut gemeistert.

Die Geschäftslage der KMU in der Schweiz hat sich deutlich verbessert. Ganz ungetrübt ist die Stimmung jedoch nicht. Dies zeigen die Ergebnisse des «KMU-Barometer 2012» von Ernst & Young. So erwarten 37 Prozent eine Verschlechterung der Wirtschaftslage in der Schweiz, nur 18 Prozent setzen auf einen Aufschwung. Und sogar mehr als jeder zweite Befragte prognostiziert eine Abschwächung der Weltkonjunktur. Drei von vier Befragten sind zudem der Ansicht, dass sich die Eurokrise in den kommenden Monaten weiter verschlimmern werde. Sorgen bereiten den Unternehmen vor allem die Schuldenkrise in Europa und der Fachkräftemangel.

Geschäftsprognosen überwiegend optimistisch
Die Geschäftserwartungen der Schweizer KMU bleiben insgesamt positiv – 28 Prozent erwarten in den kommenden sechs Monaten eine Verbesserung der eigenen Geschäftslage, 13 Prozent rechnen mit einer Verschlechterung. «Die Schweizer KMU sind derzeit gut aufgestellt. Die Geschäfts- und Auftragslage sind sehr zufriedenstellend», sagt Alessandro Miolo, verantwortlicher Partner Markt Deutschschweiz bei Ernst & Young. Das Umfeld sei 2011 zwar alles andere als günstig – insbesondere die Schuldenkrise in Europa und der starke Franken wirkten sich belastend aus. Dennoch würden die meisten KMU für 2011 insgesamt ein positives Resümee ziehen. «Dank ihrer hervorragenden internationalen Marktposition und der starken Binnennachfrage konnten die Unternehmen bislang den schwierigen Rahmenbedingungen trotzen.»

Skepsis macht sich breit
Für 2012 macht sich unter den Unternehmern allerdings Skepsis breit: «Alle Prognosen für 2012 sind mit grosser Unsicherheit behaftet. Die europäische Schuldenkrise hängt wie ein Damoklesschwert über der Wirtschaft», meint Pierre-Alain Cardinaux, verantwortlicher Partner Markt Suisse Romande bei Ernst & Young. «Das hemmt die Investitionsbereitschaft und wird sich dämpfend auf das Wachstum auswirken.» Sollte es hingegen zu einer Eskalation der Schuldenkrise kommen, wären die Folgen erheblich, so Pierre-Alain Cardinaux: «Eine Eskalation der Schuldenkrise hätte einen Konjunktureinbruch zur Folge, den auch die Schweizer KMU deutlich zu spüren bekämen.»

Investitionen und Beschäftigung sollen weiter steigen
Vorerst aber stehen bei den Schweizer KMU die Zeichen noch auf Wachstum: 19 Prozent der KMU wollen ihr Budget für Investitionen erhöhen, nur 9 Prozent planen, weniger zu investieren – die übrigen Unternehmen wollen ihre Investitionen konstant halten. Vor einem halben Jahr lag die Investitionsbereitschaft allerdings noch spürbar höher. Ähnlich sieht es mit der Beschäftigung aus: 15 Prozent der KMU wollen ihre Belegschaft aufstocken, 9 Prozent planen einen Personalabbau. «Unter dem Strich ist damit trotz der eingetrübten Aussichten mit einem weiteren leichten Anstieg der Beschäftigtenzahl in den Schweizer KMU zu rechnen», so Alessandro Miolo. (Ernst & Young/mc/ps)

Sorge um Staatsverschuldung in Europa
Mit grosser Skepsis verfolgen die Schweizer KMU die Bemühungen der Euro-Länder um eine Lösung der europäischen Staatsschuldenkrise: Nicht einmal jeder vierte Befragte (23 Prozent) ist der Ansicht, dass durch die Ausweitung des Euro-Rettungsschirms die wesentlichen Probleme erst einmal gelöst seien. Drei von vier Managern fürchten, dass der schlimmste Teil der Schuldenkrise noch bevorstehe. Und fast jeder Zweite (46 Prozent) geht davon aus, dass die Schweiz in erheblichem Umfang für die Schulden anderer Euro-Länder wird aufkommen müssen.

Über die Studie
Das «KMU-Barometer» von Ernst & Young wird halbjährlich durchgeführt. Der Studie liegt eine Umfrage unter 700 kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in der Schweiz zugrunde. Die telefonische Befragung wurde im Januar 2012 im Auftrag von Ernst & Young durch ein unabhängiges Marktforschungsinstitut (Valid Research, Bielefeld) durchgeführt. Die Studie steht auf der Website unter www.ey.com/ch zum Download zur Verfügung.

Über Ernst & Young
Ernst & Young ist ein weltweit führendes Unternehmen in den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Steuern, Transaktionen und Beratung. Unsere 152’000 Mitarbeitenden auf der ganzen Welt verbinden unsere gemeinsamen Werte sowie ein konsequentes Bekenntnis zur Qualität. Wir differenzieren uns, indem wir unseren Mitarbeitenden, unseren Kunden und unseren Anspruchsgruppen dabei helfen, ihr Potenzial auszuschöpfen. Ernst & Young bezieht sich auf die globale Organisation der Mitgliedsfirmen von Ernst & Young Global Limited (EYG), von denen jede eine eigene Rechtseinheit bildet. EYG, eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung nach britischem Recht, erbringt keine Dienstleistungen für Kunden. In der Schweiz ist die Ernst & Young AG ein führendes Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen mit rund 2’000 Mitarbeitenden an 10 Standorten und bietet auch Dienstleistungen in den Bereichen Steuern und Recht sowie Transaktionen und Rechnungslegung an.

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