MSCI vertagt Upgrade-Entscheid über Golf-Emirate und Katar

Die Anleger am Dubai Financial Market (DFM) müssen sich einmal mehr gedulden. Die VAE bleiben aus Sicht von MSCI vorerst ‹Frontier Market›.

Genf – Der Index-Anbieter MSCI hat seinen Entscheid über eine Heraufstufung der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und Katar von «Frontier Market»- auf «Emerging Market»-Status um sechs Monate auf Ende 2011 verschoben.

Dies ist eines der Ergebnisse des «MSCI 2011 Annual Market Classification Review», die am Dienstagabend bekannt gegeben wurden. Damit will der Index-Entwickler Marktteilnehmern bis Dezember 2011 Zeit geben, um zu prüfen, ob die beiden arabischen Golfstaaten entsprechende Kriterien als «Emering Market» erfüllen.

Fortschritte anerkannt, Defizite bemängelt
Von dem Upgrade erhoffen sich beide Golfstaaten Kapitalzuflüsse ausländischer Investmentfonds, die den MSCI Emerging Market Index als Messlatte für ihre Produktepalette nutzen. MSCI anerkennt in seiner Medienmitteilung Fortschritte der Märkte in Dubai, Abu Dhabi und Doha, ihre Standards auf international gängiges Niveau anzuheben. Die Emirate haben beispielsweise vor Kurzem «delivery-versus-payment» eingeführt, also die simultane Aktienauslieferung beim Wertpapierkauf.

Allerdings können ausländische Anleger weder in den VAE noch in Katar bis heute nicht die Mehrheit an kotieren Unternehmen übernehmen, weshalb beide Länder vorerst nicht als aufstrebende Märkte klassifiziert werden könnten, stellt MSCI fest. Mohammed Al-Shehhi, Unterstaatssekretär im VAE-Wirtschaftsministerium in Abu Dhabi hatte noch am Montag gegenüber Moneycab erklärt, der Golfstaat wolle an der 49%-Sperrminorität für Ausländer festhalten.

Erleichterung in Kairo
Ägypten, das wegen einer fast 40 Tage langen Schliessung nach den Wirren des Mubarak-Sturzes der Rauswurf aus dem MSCI Emerging Market drohte, bleibt dem Index erhalten, genau wie Südkorea und Taiwan. (gaf)

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