Nordafrika umgarnt die Islamic Finance

Nordafrika umgarnt die Islamic Finance

Nach der Revolution kommt die Revolution. Zumindest im Bankwesen will Tunesien neue Wege gehen. Der Sturz des Ben Al-Regimes durch unzufriedene arabische Jugendliche ist offenbar auch für die Finanzbranche ein Befreiungsschlag. Sie organisierte im Juli das erste Islamic Finance Maghreb Forum (IFMF) in Tunis.

Mehr Finanzkanäle für KMU gefordert
Das nordafrikanische Land will sich nicht länger mehr nur auf den Tourismus und die Leichtindustrie stützen. Die Arbeitslosigkeit liegt bei 10,5 Millionen Einwohnern um 8%. „Islamic Banking gibt es bei uns seit 1983, aber wir müssen jetzt im grossen Stil das Scharia-Finanzwesen ausbauen,“ sagt Finanzminister Jalloul Ayed. Er sieht Chancen, mit zinslosen Krediten, wie sie der Islam verlangt, kleineren und mittleren Unternehmern zu helfen.

Die Voraussetzungen sind gut. Neben Arabisch spricht die grosse Mehrheit der Tunesier Französisch. Damit ist das Land prädestiniert für Partnerschaften mit Banken in Frankreich wie BNP Paribas oder HSBC (France), die vermehrt islamische Fonds und Scharia-konforme Finanzierungslösungen entwickeln und einsetzen.

Moslembrüder setzen auf Islamic Banking
Doch noch führen in der Islamic Finance die Golfregion und Südostasien. Nach der Tahrir-Revolution in Ägypten haben ebenso die Banken am Nil das Geschäft um «Koran und Kapital» entdeckt. Dort hat Ziad Bahaa El-Din, Chairman des Aufsichtorgans Egyptian Financial Supervisory Authority, die ersten Richtlinien für die Ausgabe von Islamic Bonds, auch Sukuk genannt, herausgegeben. Unter Hosni Mubarak führte das Scharia-Finanzwesen nur ein Schattendasein. Der Ex-Präsident fürchtete den Einfluss der religiösen Opposition um Moslembrüder und Salafisten.

Die Albaraka Banking Group aus Bahrain hat vor Kurzem ihren ersten Sukuk in Höhe von 168 Mio. Dollar am Nil plaziert. Die Moslembruderschaft hat sich im Falle eines Sieges bei den bevorstehenden Parlamentswahlen den Ausbau der Islamic Finance ganz oben auf ihre Fahnen geschrieben. (mit Material von Bloomberg/gaf)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.