Offshore-Ladestation für Elektroschiffe gebaut

Offshore-Ladestation für Elektroschiffe gebaut
So werden die beiden Spulen auf hoher See miteinander verbunden. (Foto: Vard, sintef.no)

Trondheim – Mit einer neuen Kupplung wollen Ingenieure der norwegischen Grossforschungsanlage SINTEF Energie zur Ladung von E-Schiffen induktiv übertragen und die Verbindung in Materialien einkapseln, die so gut wie allem standhalten. Selbst Korrosion soll chancenlos sein.

Verfahren an Land erprobt
Giuseppe Guidi von der Norwegischen Universität für Wissenschaft und Technik und sein Team haben die berührungslose Ladetechnik entwickelt, die an Land schon weitverbreitet ist – vor allem, um Busse und Lkws zu laden. Dabei werden klassische Kontakte, die korrodieren, durch Magnetfelder ersetzt.

Eine von Wechselstrom durchflossene Spule baut um sich herum ein elektromagnetisches Feld auf, das von einer zweiten Spule eingefangen und in Wechselstrom umgewandelt wird. Ein Gleichrichter wandelt den Strom um, sodass er für die Batterien verträglich wird.

Die Empfängerspule kann an einem Ausleger des Schiffs befestigt sein, die Sendespule an einer Plattform, einer Offshore-Windturbine oder einer Offshore-Umspannstation. Die beiden gekapselten Spulen werden zum Laden miteinander verbunden.

Leitung für fünf Megawatt
Die Testversion ist so leicht, dass sie von Hand manipuliert werden kann. In der Praxis wird das System eine Leistung von fünf Megawatt übertragen. Die Spule, die an den Sender angekoppelt werden muss, ist dann 50 Mal schwerer, sodass ein elektrisch betriebener Manipulator nötig ist, um sie anzuschliessen, heisst es.

Allzu präzise muss dieser nicht arbeiten. Die Sendespule befindet sich am Fuss eines Topfes, in den die Empfängerspule abgesenkt werden muss. «Es ist fast so, als würde man einen Becher in einen Getränkehalter stellen», sagt Guidi. Die Spule passe, egal wie man sie dreht, ganz nach dem Motto «Plug and Play». (pte/mc/ps)

SINTEF
Norwegische Universität für Wissenschaft und Technik
Original-Beitrag bei pressetext

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