Protektionismus und Etatismus

Michael Neubert

Michael Neubert.

Krisen sind immer ein guter Nährboden für Protektionismus und Etatismus. Wenn das Wetter in der freien Wirtschaft rauer wird, wird gerne nach dem Schutz des Staates gerufen. Politiker greifen diese Chance gerne auf: Sie können wieder ein Gesetz verabschieden, neue Steuern einführen und erhöhen damit auch noch Ihre Wahlchancen.

Damit wird das Gefühl scheinbarer Geborgenheit durch meist teuren, aber oftmals wirkungslosen Aktionismus mit langfristigen Wohlstandsverlusten erkauft.

Subtiler Protektionismus und Etatismus
Protektionismus und Etatismus wird heute viel subtiler gelebt. Während offiziell der freie Handel gepredigt wird, beschränken nicht-tarifäre Handelshemmnisse den freien Marktzugang. Dies sind zum Beispiel nationale Sonderregelungen im Verbraucherschutz, der Steuergesetzgebung oder der Marktregulierung durch die Notwendigkeit von Lizenzen und Zulassungen für Unternehmen, Mitarbeiter und Produkte. Andere Möglichkeiten des umfangreichen Instrumentariums sind Mindestpreise, „local-content“-Vorschriften oder Exportsubventionen und -restriktionen (Bsp.: China mit seltenen Erden). Die aus zwanzig unabhängigen Handelsexperten bestehende Internetplattform Global Trade Alert (www.globaltradealert.com) hat seit 2008 mehr als 1.000 neue protektionistische Massnahmen durch Staaten registriert. Fast immer verstossen sie gegen WTO-Vorschriften, doch deren Verurteilung ist oftmals kompliziert und langwierig.

Neo-Protektionismus“ trifft vor allem KMUs aus Exportnationen
Dieser „Neo-Protektionismus“ trifft vor allem KMUs aus Exportnationen, die am Heimatstandort hergestellte Waren exportieren. Grössere Unternehmen, die mit lokalen Tochtergesellschaften im Auslandsmarkt produzieren, profitieren teilweise sogar von diesen Markteintrittsbarrieren. Insbesondere in ihren Kernmärkten sollten KMUs Veränderungen in der Gesetzgebung beobachten, um bei Bedarf schnell, zum Beispiel mit dem Wechsel der Markteintrittsform, reagieren zu können. Zusätzlich empfiehlt sich der Aufbau eines Marktinformationssystems.

Weitere Informationen und Tipps, zum Beispiel zum Aufbau eines Marktinformationssystems oder zur Auswahl einer alternativen Markteintrittsform, finden Sie wie immer in meinem Buch „Internationale Markterschliessung“.

Gerne erwarte ich Ihr Feedback und wünsche viel Erfolg in internationalen Märkten.

Bis zum nächsten Mal.

Herzlichst, Ihr

Michael Neubert
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Dr. Michael Neubert
ist Spezialist für den Aufbau neuer, internationaler Auslandsmärkte. In knapp 20 Jahren Berufserfahrung hat er mehrere Unternehmen erfolgreich ins Ausland geführt. Die daraus gewonnen Erkenntnisse hat er in seinem Buch „Internationale Markterschliessung (3. Auflage)“ zusammengefasst. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.company2newmarket.com. Dr. Michael Neubert beteiligt und bringt sich aktiv in Unternehmen ein, deren Wert durch den Schritt in neue, internationale Auslandsmärkte ein hohes und nachhaltiges Steigerungspotenzial hat. Dies sind vor allem Unternehmen mit sogenannten „born global“ Geschäftsmodellen, die in Ihrer Nische das Potenzial zum Weltmarktführer haben.


Symbolbild Buch Neubert

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