Roche ergattert Platz in den Top 10 der teuersten Unternehmen der Welt

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Roche ist das höchstbewertete Unternehmen der Schweiz und neu in den Top 10 weltweit. (Foto: Copyright © F. Hoffmann-La Roche Ltd)

Zürich – Die wertvollsten Unternehmen der Welt stammen aus den USA – unter den zehn Unternehmen mit dem höchsten Börsenwert haben gleich acht ihren Hauptsitz in den Vereinigten Staaten. Das teuerste Unternehmen der Welt ist der Technologieriese Apple mit einem Börsenwert von mehr als 560 Milliarden Dollar, deutlich mehr als noch vor einem halben Jahr (plus 11 Prozent). Die asiatischen Unternehmen haben im Ranking der Top 300 etwas an Boden verloren – ihr Anteil sank von 62 Konzernen am 31. Dezember 2012 auf aktuell 51 Unternehmen. In Europa hingegen blieb der Anteil stabil bei 95 Unternehmen. Die Schweiz ist mit 9 Unternehmen in den Top 300 vertreten und belegt damit zusammen mit Australien den achten Rang.

In den Top 100 sind wie vor einem halben Jahr drei Unternehmen aus der Schweiz vertreten. Die höchstbewerteten Schweizer Unternehmen sind Roche (256 Milliarden Dollar, Platz 10), Nestlé (250 Milliarden Dollar, Platz 11) und Novartis (245 Milliarden Dollar, Platz 13). Im Top 100 Länderranking belegt die Schweiz somit gemeinsam mit Japan den siebten Platz. Der Pharmakonzern Roche konnte sich als Schweizer Unternehmen einen Platz unter den Top 10 erkämpfen und löst damit den US-Konzern Chevron ab.

Ihren kumulierten Börsenwert konnten die Schweizer Unternehmen in den Top 300 in den vergangenen Monaten allerdings kaum noch steigern – mit einem Plus von 5 Prozent kletterte dieser in den vergangenen sechs Monaten auf insgesamt 1.100 Milliarden Dollar. Im Vergleich zum Jahresende 2012 betrug die Steigerungsrate hingegen 34 Prozent.

„Nach dem massiven Börsenboom der vergangenen Monate hat der Marktwert der Schweizer Konzerne ein hohes Niveau erreicht – da ist es schwierig, die Marktkapitalisierung noch weiter zu steigern», sagt Louis Siegrist, Leiter Transaction Advisory Services bei EY Schweiz, „zumal die Börsenteilnehmer angesichts der unsicheren Entwicklung der Weltkonjunktur und der künftigen Zinsentwicklung erst einmal vorsichtig sind.“

US-Unternehmen dominieren die Börsen der Welt
Das Ranking der 300 teuersten Unternehmen weltweit wird klar von den USA dominiert: 126 Unternehmen stammen aus den Vereinigten Staaten. In den vergangenen Monaten ist der Anteil der US-Unternehmen an den Top 300 damit sogar noch einmal gestiegen: Ende 2012 befanden sich 111 US-Unternehmen in den Top 300, zum Jahresende 2013 waren es 124. Und auch der kumulierte Marktwert der US-Unternehmen in den Top 300 ist in den vergangenen Monaten kräftig gewachsen: Im Vergleich zum Jahresende 2013 legte der Börsenwert um 5 Prozent zu, im Vergleich zu Dezember 2012 sogar um 34 Prozent.

Gute Perspektiven für die USA
„Den US-Unternehmen kann derzeit niemand das Wasser reichen“, sagt Siegrist weiter. „Die Wirtschaft in den Vereinigten Staaten läuft rund, die Nachfrage auf dem riesigen Binnenmarkt ist stabil. Und die Industrie profitiert von den niedrigen Energiekosten – der Fracking-Boom ist ein echter Standortvorteil, da energieintensive Produkte kostengünstiger hergestellt werden können.“ Auch langfristig sieht Siegrist gute Perspektiven für die USA: „Die USA dominieren mit der Informationstechnologie eine künftige Schlüsselindustrie – sie scheinen derzeit am besten für die Umbrüche durch Digitalisierung und Vernetzung gerüstet zu sein.“ Zehn der 17 Technologieunternehmen in den Top 300 stammen aus den USA – Europa bringt es lediglich auf drei Unternehmen. Und die Spitzenplätze im Börsenranking gehen an die amerikanischen Technologieriesen Apple (Rang 1), Google und Microsoft (Rang 3 und 4) – den zweiten Platz belegt der Ölkonzern Exxon Mobil.

Dämpfer für Asien
Nicht ganz so rosig ist die Lage derzeit bei den asiatischen Unternehmen. Ihr Anteil in den Top 300 ist in den vergangenen Monaten deutlich gesunken: Von 62 Konzernen Ende 2012 auf aktuell nur noch 51 Unternehmen. China hat einen bedeutenden Anteil an dieser Entwicklung: Während aktuell 23 der 300 Top-Unternehmen ihren Hauptsitz in China haben, waren es Ende 2012 noch 27.

„Auch wenn die Wirtschaftsentwicklung immer noch deutlich stärker ist als in den westlichen Industrienationen – die Erwartungen der Börsen an die asiatischen Märkte sind nicht mehr ganz so euphorisch. Das liegt nicht zuletzt an der Bevölkerungsentwicklung: Der demografische Wandel hat die wirtschaftsstarken Länder Asiens erreicht, und die Auswirkungen der alternden Gesellschaft werden in Zukunft stärker zu spüren sein. Da stehen die USA deutlich besser da: Als Einwanderungsland müssen sie sich weniger Sorgen machen“, sagt Siegrist. „Hinzu kommt, dass die chinesische Volkswirtschaft unmittelbar vor einem grundlegenden Umbau steht, wobei der Binnenmarkt ein grösseres Gewicht erhalten soll. Deshalb heisst es an den Börsen: Erst einmal abwarten.“

Zaghafte Erholung in Europa
Während die Börsenteilnehmer zurückhaltend nach Asien schauen, haben sich die europäischen Unternehmen stabilisiert: 95 der 300 teuersten Unternehmen der Welt stammen aus Europa – genauso viele wie vor eineinhalb Jahren. Grosse Euroländer wie Italien (plus 20 Prozent), Spanien (plus 9 Prozent) oder die Niederlande (plus 11 Prozent) konnten in den vergangenen sechs Monaten beim kumulierten Börsenwert beachtliche Entwicklungen hinlegen. Der Börsenwert der europäischen Unternehmen insgesamt stieg im 6-Monats-Vergleich um 3 Prozent. „Nach einer langen Krisenzeit keimt in der europäischen Wirtschaft wieder Hoffnung. In vielen Ländern scheint das grösste Konjunkturtief erst einmal überwunden – und das wird an den Börsen belohnt“, sagt Siegrist. (EY/mc/pg)

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