Schweiz setzt sich für starken europäischen Forschungsraum ein

Schweiz setzt sich für starken europäischen Forschungsraum ein
Martina Hirayama, Schweizer Staatssekretärin für Bildung, Forschung und Innovation.

Bukarest – Die EU-Forschungsminister haben am Mittwoch an ihrem Treffen über das künftige EU-Forschungsprogramm „Horizon Europe“ diskutiert, an dem auch die Schweiz teilnehmen möchte. Konkret ging es darum, wie Unterschiede zwischen den EU-Staaten im Bereich Forschung und Innovation abgebaut werden können.

„Angesichts der Konkurrenz beispielsweise aus China ist ein starker europäischer Forschungs- und Innovationsraum sehr im Interesse der Schweiz“, sagte Martina Hirayama, Schweizer Staatssekretärin für Bildung, Forschung und Innovation der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Hirayama hatte für die Schweiz am Treffen in Bukarest teilgenommen.

Wichtig sei aber, nicht einfach Geld zu verteilen, sondern mit gezielten Massnahmen solche Länder zu fördern, sagte Hirayama weiter. Als Beispiel verwies die Staatssekretärin auf ein vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) 2016 lanciertes Pilotprojekt, das sie in Bukarest den Teilnehmenden vorgestellt hatte.

Erfolgreiches Förderprojekt
Laut SNF richtet sich das Projekt „Promotion of Young Scientists in Eastern Europe“, kurz PROMYS, „an junge Forschende in Osteuropa, die mindestens zwei Jahre in der Schweiz studiert oder gearbeitet haben“ und ihre wissenschaftliche Karriere in einem osteuropäischen EU-Land fortsetzen möchten.

Sie können sich beim SNF um finanzielle Unterstützung bewerben. Zwei Forschende aus dem PROMYS-Programm haben gar Stipendien des prestigeträchtigen Europäischen Forschungsrates, so genannte ERC-Grants, erhalten. Das PROMYS-Projekt sei bei den europäischen Kollegen auf starkes Interesse gestossen, sagte Hirayama.

Bilaterale Gespräche
Neben dem offiziellen Programm nutzte die Staatssekretärin auch die Gelegenheit, bilateral mit verschiedenen Teilnehmenden über die Situation der Schweiz zu sprechen. Denn mit dem neuen Forschungsprogramm „Horizon Europe“ 2021-2027 will die EU auch eine neue Kategorisierung der Drittstaaten vornehmen. Bis anhin war die Schweiz in Kategorie eins mit den EWR-Staaten Norwegen, Liechtenstein und Island.

Neu findet sie sich zusammen mit Grossbritannien in Kategorie vier wieder. Länder in der Kategorie vier können einfacher von Teilen von „Horizon Europe“ ausgeschlossen werden. Über diese neue Drittstaaten-Regelung haben EU-Staaten und EU-Parlament aber noch nicht definitiv entschieden. Dies geschieht voraussichtlich im Herbst.

Die Schweiz werde als zuverlässige Partnerin gesehen, sagte Hirayama nach den Gesprächen. „Ich habe eine positive Grundstimmung gegenüber der Schweiz erlebt.“ Es sei aber auch klar, dass am Schluss politisch entschieden würde, sagte die Staatssekretärin. (awp/mc/pg)

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