Schweizer Firmen rechnen wegen Covid-19 nicht mit tieferem Personalbestand

Schweizer Firmen rechnen wegen Covid-19 nicht mit tieferem Personalbestand
(Bild: DOC RABE Media/AdobeStock)

Zürich – Schweizer Firmen rechnet laut einer Studie aufgrund der Covid-19-Krise nicht mit einem nachhaltig tieferen Personalbedarf. Knapp drei von vier Betrieben wollen bis Jahresende gar neues Personal einstellen.

Eine deutliche Mehrheit der vom Online-Netzwerk Xing befragten Schweizer Unternehmen (62%) rechnet damit, dass der Fachkräftemangel auch in den kommenden zwölf Monaten eine grosse Herausforderung darstellen wird. In Deutschland seien lediglich 53 Prozent und in Österreich 58 Prozent dieser Meinung, lautet ein Ergebnis der am Donnerstag veröffentlichten Umfrage.

Jedes vierte (26%) Schweizer Unternehmen glaubt zudem, dass der Personalbedarf in den nächsten zwölf Monaten ansteigen wird. 14 Prozent rechnen mit einem kurzfristigen Rückgang des Personalbedarfs, der sich auf absehbare Zeit aber wieder ausgleichen wird. Nur gerade 15 Prozent gingen von einen nachhaltig tieferen Bedarf an Mitarbeitenden aus.

Geringer Einfluss auf Personalplanung
Entsprechend erwartet fast die Hälfte (47%) der Schweizer Firmen, dass die Pandemie aktuell und kurzfristig keinen Einfluss auf ihre Personalplanung hat. Damit seien die kurzfristigen Auswirkungen in der Schweiz geringer als in Deutschland und Österreich, heisst es weiter. Dort sähen jeweils nur 35 Prozent beziehungsweise 34 Prozent der Unternehmen keine Veränderung.

Bei 73 Prozent der befragten Schweizer Unternehmen haben seit Mitte März neue Mitarbeitende ihre Arbeit aufgenommen. Die Schweiz liegt damit leicht vor Deutschland mit 69 Prozent und Österreich mit 63 Prozent. Knapp drei von vier Betrieben aus der Schweiz (73%) würden zudem bis Jahresende neues Personal einstellen wollen, heisst es weiter.

Schweizer Firmen gut auf Homeoffice vorbereitet
Die Erhebung zeigt ausserdem: Im Vergleich mit Nachbarländern waren Schweizer Unternehmen gut auf die Arbeit im Homeoffice vorbereitet. So gibt ein Drittel (32%) der hiesigen Unternehmen an, dass bereits vor der Krise Homeoffice jederzeit möglich war. In Deutschland war dies lediglich bei 25 Prozent, in Österreich bei 20 Prozent der Unternehmen der Fall.

Die grosse Mehrheit (85%) der befragten Schweizer Unternehmen gibt zudem an, dass Homeoffice und „Remote Working“ – also Fernarbeit von einem beliebigen Ort aus – auch nach der Corona-Krise möglich sein werden. In Deutschland sagen das lediglich 73 Prozent und in Österreich 79 Prozent der Betriebe.

Die Xing-Umfrage wurde zwischen Mitte Mai und Mitte Juni bei rund 1’150 Personalleitern und Personalfachleuten aus der Schweiz, Deutschland und Österreich durchgeführt.

Dass die Arbeitswelt bereit für ein neues „hybrides“ Modell ist, zeigt auch eine Umfrage des Stellenvermittlers Adecco, die ebenfalls am Donnerstag veröffentlicht wurde: Bei dieser wurde allerdings die Schweiz nicht befragt. Danach gaben drei Viertel (74%) der befragten Arbeitnehmenden an, dass eine Mischung aus Präsenzzeit vor Ort und Homeoffice der beste Weg in die Zukunft sei. Bei den Führungskräften seien gar 77 Prozent dieser Meinung. (awp/mc/ps)

Xing

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