Schweizer wenden im globalen Vergleich wenig Zeit für die Weiterbildung auf

Weiterbildung
(Photo by Mikael Kristenson on Unsplash)

Zürich – Weniger als die Hälfte der Schweizer Arbeitnehmenden wenden heute eine signifikante Zeit für die Weiterbildung auf – der globale Schnitt hierfür liegt bei 65%. Wenn, dann am ehesten im Selbststudium. Dafür sind die Schweizer etwas öfter als der globale Durchschnitt bereit für eine komplette Umschulung, wie die Studie «Decoding Global Trends» der Boston Consulting Group, JobCloud (jobs.ch/jobup.ch) und The Network zeigt.

Globalisierung, Digitalisierung oder Künstliche Intelligenz: Auch wenn die langfristigen Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt nicht komplett absehbar sind, werden in den kommenden Jahren neue Jobs mit neuen Anforderungen entstehen. Heute machen sich aber lediglich 44% der Schweizer Arbeitnehmenden fit für diese neuen Anforderungen, was deutlich unter dem globalen Schnitt von 65% liegt. Wenn wir uns aber weiterbilden, dann am ehesten im Selbststudium, «on the job» oder über ein klassisches Weiterbildungsinstitut. Das zeigt die internationale Arbeitsmarktstudie Decoding Global Trends in Upskilling and Reskilling, für die JobCloud, die Strategieberatung Boston Consulting Group (BCG) und das globale Jobbörsen-Netzwerk The Network 366‘000 Menschen aus 180 Nationen befragt haben.

«Wir beobachten, dass sich Führungskräfte häufig Sorgen machen, ob ihre Mitarbeitenden dazu bereit sind, neue Kompetenzen zu erwerben. Die Umfrage zeigt, dass es nach wie vor Handlungsbedarf gibt für Wirtschaft und Politik, um lebenslanges Lernen zu fördern», so Daniel Kessler, Schweiz-Chef von BCG.

Grosse Bereitschaft für eine vollständige Umschulung
Geht es jedoch darum, sich neue Fähigkeiten für einen komplett anderen Job anzueignen, sind die Schweizer vorne dabei: 69% wären als Reaktion auf die neuen Anforderungen bereit für eine Umschulung. Hier zeigen sich deutliche Unterschiede in den Berufsgruppen: Während Personen aus den Bereichen Sales (78%), Management (77%) und Consulting (75%) eine hohe Bereitschaft dazu zeigen, sind Fachkräfte aus Wissenschaft und Forschung (59%), aus dem Sozialwesen (57%) sowie Juristen (57%) deutlich weniger bereit für einen ganz neuen Job. «Gewisse Berufsgruppen sind viel stärker von der Digitalisierung betroffen und müssen eine grössere Flexibilität an den Tag legen. Die Bereitschaft für ein lebenslanges Lernen ist daher zentral», so Davide Villa, CEO von JobCloud AG.

Auswirkungen von neuen Technologien und Globalisierung
Schweizer Arbeitnehmende fühlen sich im internationalen Vergleich leicht weniger stark betroffen von neuen Technologien und der Globalisierung. Fast die Hälfte (46%) erwartet persönlich punkto Technologien starke Auswirkungen (49% globaler Schnitt) und 41% durch die Globalisierung (45% globaler Schnitt).

Welche Fähigkeiten künftig gefragt sind
In einem Punkt sind sich alle Arbeitnehmende länderübergreifend einig: Um die Anforderungen der zunehmenden Globalisierung und Automatisierung erfolgreich meistern zu können, sind Kommunikationsfähigkeiten die mit Abstand wichtigsten Kompetenzen, die Fachkräfte künftig besitzen müssen. Nach Einschätzung der Schweizer werden sich diejenigen behaupten können, die zudem über analytische Skills und Problemlösungsfähigkeiten verfügen. (mc/pg)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.