Schweizerischer Gewerbeverband für 2. Gotthardröhre

Hans-Ulrich Bigler
sgv-Direktor Hans-Ulrich Bigler. (Foto: sgv)

sgv-Direktor Hans-Ulrich Bigler.

Bern – Der Schweizerische Gewerbeverband sgv unterstützt den Vorschlag des Bundesrates, am Gotthard eine zweite Tunnelröhre zu bauen. Mit dieser sinnvollen und nachhaltigen Lösung könne der bestehende Tunnel saniert und die Sicherheit verbessert werden, ohne damit die Kapazitäten am Gotthard zu erweitern, schreibt der sgv in einer Medienmitteilung. Das Tessin werde so auch während der Sanierung nicht vom Rest der Schweiz abgeschnitten. Eine Tunnelgebühr lehnt der sgv ab.

«Der Bau eines zweiten Tunnels am Gotthard und die Sanierung der bestehenden Röhre ist langfristig die einzig nachhaltige Lösung. Sie ermöglicht, dass der Verkehr künftig richtungsgetrennt durch den Gotthard geführt werden kann, was die Sicherheit massiv steigert. Entgegen den diskutierten Provisorien während der Sanierungsphase, kann mit Kosten von rund 2,8 Milliarden Franken bleibender Mehrwert geschaffen werden. Aufwändige provisorische Lösungen kosten mit 1,7 bis 2 Milliarden Franken nur unwesentlich weniger und müssen anschliessend wieder abgerissen werden», so der sgv.

Provisorien bringen grosse Nachteile und lösen die Probleme während der Sanierung nicht
Bei den Lösungen ohne zweite Röhre müssen im engen Talboden bei Erstfeld und Biasca riesige Verladestationen mit Gleisanlagen, Zufahrtsstrassen, Abfertigungsplätzen, Warteräumen und Flutlichtanlagen gebaut werden. In Biasca entstünde zusätzlich ein neuer Autobahnzubringer. Trotz des immensen Aufwandes wird nur etwa 60% des Schwerverkehrs verladen werden können. Der übrige Verkehr würde mit entsprechendem Mehrverkehr auf diesen Achsen über den San Bernardino und den Simplon geführt.

Das Tessin und die Schweizer Wirtschaft brauchen eine dauerhafte und sichere Verbindung
Das Tessin und die Schweizer Wirtschaft brauchen eine dauerhafte und sichere Strassenverbindung am Gotthard, zeigt sich der Gewerbeverband überzeugt. Es dürfe nicht in Kauf genommen werden, dass ein ganzer Kanton und Wirtschaftsstandort bei Betriebsunterbrüchen oder Unfällen lange Zeit vom Rest der Schweiz abgeschnitten sei. Die Einführung einer Tunnelgebühr, die eine ganze Region ungleich behandeln würde, lehnt der sgv ab. Auch soll die Gotthardachse nicht langfristig an eine private Betreiberfirma delegiert werden. (sgv/mc)

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