sgv und AWMP kritisieren einseitige Alkoholpräventionskampagne

sgv-Direktor Hans-Ulrich Bigler. (Foto: sgv)
sgv-Direktor Hans-Ulrich Bigler. (Foto: sgv)

sgv-Direktor Hans-Ulrich Bigler. (Foto: sgv)

Bern – Das Bundesamt für Gesundheit präsentierte heute die neue nationale Alkoholpräventionskam­pagne 2015 – 2017. Statt den massvollen Umgang mit dem Kulturgut der alkoholischen Geträn­ke zu berücksichtigen, hebt das Bundesamt einseitig die negativen Effekte eines zu hohen Alkoholkonsums hervor. Der sgv und die Allianz für eine massvolle Präventionspolitik AWMP kritisieren diese einseitige Ausrichtung scharf. Wichtige Aspekte werden ausblendet und ganze Wirtschaftszweige diskreditiert.  

In der Schweiz besteht kein alkoholpolitischer Notstand. Der Gesamtkonsum reinen Alkohols ist von 1991 bis 2013 pro Kopf der Wohnbevölkerung von 10,7 auf 8,3 Liter gesunken. Das entspricht einem Rückgang von mehr als 20 Prozent innerhalb von gut 20 Jahren. Es besteht also überhaupt kein Bedarf nach flächendeckenden Restriktionen wie einem Verkaufsverbot von Alkohol zwischen 22.00 und 06.00 Uhr im Detailhandel, wie es gegenwärtig im Rahmen der Revision der Alkoholgesetz­gebung zur Diskussion steht. Und es ist in keiner Weise angezeigt, mit einseitigen Präventions­kampagnen traditionsreiche Kulturgüter wie Wein, Bier oder Schnaps zu in ein fragwürdiges Licht zu stellen.

Ganze Wirtschaftszweige benachteiligt
Es darf nicht der Effekt einer Präventionskampagne des Bundes sein, dass ganze Wirtschaftszweige benachteiligt werden. Schliesslich ist daran zu erinnern, dass ein massvoller Alkoholkonsum durchaus positive Auswirkungen auf die Gesundheit und die Psyche haben kann und zu unserer Kultur gehört; ein gutes Glas Rotwein zum Essen oder ein kühles Bier nach dem Sport in Ehren! Der Genuss gehört auch zu einem guten Leben. Und den „Gesundheitsaposteln“ sei auch die grosse wirtschaftliche Bedeutung des ganzen Alkoholsektors ins Stammbuch geschrieben: Viele Arbeitsplätze werden in der Wein-, Bier- und Spirituosenwirtschaft generiert, und was wäre das Lavaux ohne die Weinberge und Zug ohne den Zuger Kirsch und die Zuger Kirschtorte? (sgv/mc/ps)

Die Nummer 1:
Als grösste Dachorganisation der Schweizer Wirtschaft vertritt der sgv 250 Verbände und gegen 300’000 Unternehmen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.