SNB warnt vor Übertreibungen am Immobilienmarkt

Thomas Jordan

SNB-Präsident Thomas Jordan. (Bild: Monika Flückiger / swiss-image.ch)

Bern – Der Präsident der Schweizerischen Nationalbank (SNB), Thomas Jordan, warnt Hypothekarnehmer und Banken zur Vorsicht: „Wenn die Zinsen wieder steigen, oder wenn die Immobilienpreise plötzlich sinken, müssen dies alle Beteiligten bewältigen können.“

Das sagte Jordan anlässlich einer Diskussionsrunde mit Lesern der „Schweiz am Sonntag“. Der starke Franken bedinge die Negativzinsen, erklärte der SNB-Präsident. Zugleich würden diese bedeuten, dass die Hypotheken sehr günstig seien. „Das ist ein Dilemma“.

Jordan äusserste sich in der Gesprächsrunde auch zu den umstrittenen geldpolitischen Massnahmen der SNB. Ob die Nationalbank die Zinsen noch stärker ins Negative senken müsse, hänge von der internationalen Entwicklung ab.

Zinsuntergrenze dies- und jenseits des Atlantiks erreicht?
„Man kann zurzeit eher davon ausgehen, dass in den USA und in Europa die Zinsuntergrenze erreicht ist und dass sich die Sätze über die Zeit wieder nach oben bewegen“, sagte Jordan. „Wir sind mit minus 0,75 Prozent bereits recht weit gegangen und warten jetzt die Wirkung ab“.

Der Forderung von Privatbanken, vom Negativzins ausgenommen zu werden, erteilt Jordan eine klare Absage: „Wir können keine Abweichungen erlauben. Wenn wir damit anfangen, dann pochen andere ebenfalls auf Ausnahmen“, argumentiert Jordan. „In der konsequenten Ausrichtung des Modells liegt ein wesentlicher Teil seiner Wirkung.“

Der SNB-Präsident will keine konkrete Prognose wagen, wohin sich der Franken hinbewegt. „Wir machen grundsätzlich keine Wechselkursprognosen. Aber der Franken ist signifikant überbewertet und er sollte sich deshalb über die Zeit abwerten. Wir haben zudem unterstrichen, dass wir bei Bedarf am Devisenmarkt aktiv werden.“ (awp/mc/ps)

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