Studie: Self-Service erobert öffentliche Dienste

Françoise Enaud

Francois Enaud, CEO Steria Konzern.

Zürich – Im Gesundheits- und Bildungswesen sowie der öffentlichen Sicherheit werden bis 2020 Self-Service-Angebote verstärkt Einzug halten. Wesentlicher Treiber dieser Entwicklung ist der Sparkurs der öffentlichen Hand in diesen Sektoren.

Zudem fördert die steigende Nachfrage nach mobilen Diensten, die immer und überall ohne Einschränkungen genutzt werden können, diesen Trend. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Zukunftsreport http://www.steria.com/futuresreport der Steria Gruppe. Dafür wurden mehr als 150 öffentlich zugängliche Quellen ausgewertet. „Noch zu unseren Lebzeiten wird sich im täglich erbrachten Leistungsangebot des Public Services zeigen, was wir uns heute nur als futuristisches Szenario vorstellen können. Die von Verbraucherfreundlichkeit getriebenen Innovationen, die wir in den letzten Jahren in der Privatwirtschaft gesehen haben, werden auch die öffentliche Hand zunehmend prägen. Dies machen anhaltende Investitionen in Dienstleistungen möglich, die den Lebensstandard der Gesellschaft weltweit verbessern werden“, erklärt Francois Enaud, CEO des Steria Konzerns.

An Sparpolitik leidende Bereiche müssen mehr tun als hinterherzulaufen
Zu den jüngsten „Self-Service“-Innovationen aus dem privatwirtschaftlichen Sektor gehören unter anderem bargeldlose mobile Bezahlsysteme, In-Store-Produktfinder im Einzelhandel oder ein Versorgungsnetz von Ladestationen für Elektrofahrzeuge. Damit haben Verbraucher in Grossbritannien, Deutschland, der Schweiz, Österreich und Spanien die Möglichkeit, ihre Elektrofahrzeuge aufzuladen. Jetzt gilt es, die Erfolge solcher innovativen Produkte und Dienstleistungen vom privaten Sektor auf die Bereiche Gesundheitspflege, Bildung und Sicherheit auszudehnen. So zählen beispielsweise bessere Kontrolle, mehr Flexibilität und mehr Selbstbestimmung beim Abrufen entsprechender Dienstleistungen zu den Vorteilen einer „Self-Service“-Architektur.

„In einer von Self-Services-Angeboten geprägten Welt spielen IT-Service-Experten eine Schlüsselrolle, um öffentliche Aufgaben im Interesse der Gesellschaft zu integrieren und deren Funktionalität zu gewährleisten“, sagt Enaud. „Dieser Wandel wird durch die Implementierung weltweit anerkannter Best-Practice-Lösungen noch beschleunigt, insbesondere in den sich entwickelnden Märkten, die bei ihren Innovationsleistungen von der Mobilität stark profitieren.“ Abschliessend erklärt Enaud: „Im Jahr 2020 übernehmen IT-Service-Fachleute die Funktion von Technologie-Integratoren, die angesichts der raschen Ausbreitung entsprechender Plattformen, Geräte und Anwendungen dringend benötigt werden. Der entscheidende Unterschied besteht in der Verlagerung von privatwirtschaftlichen zu Public Services Anwendungen.“

Der Fahrplan für Self-Service-Innovation
Enauds Vision für die nächsten zehn bis 20 Jahre beinhaltet Innovationen, die in drei Bereichen zu schnellen Veränderungen führen werden:

Gesundheitswesen

  • Künftig werden Bürger in der Lage sein, auf hochentwickelte Instrumente zur Eigendiagnose zuzugreifen, um Wartezeiten zu verkürzen und von der verbesserten Patientenpflege zu profitieren.
  • Virtuelle Video- oder Telefonkonferenzen erlauben es Spitälern und Ärzten, schon vor einem ersten Arzttermin Ferndiagnosen zu stellen und den Patienten ohne Verzögerungen Überweisungen auszustellen. Ferner ermöglicht die telemetrische Kontrolle und Fernüberwachung von Stadtbewohnern eine frühzeitige Warnung vor bevorstehenden gesundheitlichen Gefährdungen.
  • Einfache Tests wie Herzfrequenz, Blutdruck und Augenuntersuchungen werden von Maschinen über die Schnittstelle eines Computerbildschirms durchgeführt.

Bildung

  • Das Ziel, mehr Studenten aus Schwellenländern einen erschwinglichen Zugang zu international anerkannten Hochschulabschlüssen zu ermöglichen, lässt sich durch den Einsatz von IT-basierten Qualifikationsdiensten erreichen. „Self-Service“ fördert die internationale Annäherung und demokratisiert den Zugang zu neuen Dienstleistungen in den E7-Entwicklungsländern.
  • In den Klassenzimmern der Zukunft ersetzt das Internet zunehmend die klassischen Textbücher. Touchscreens und interaktive Whiteboards sind künftig Standard im Unterricht.
  • Schulkinder bekommen einen Laptop oder Tablet Computer, um dem Unterricht folgen zu können und die neuen Medien nutzen zu lernen.

Sicherheit

  • Digitale Signaturen für den Zugang zu gesicherten Dokumenten, zu Sicherheitsbereichen in der Cloud sowie zur Fernübermittlung von Identitätsnachweisen gehören künftig zum Alltag.
  • Iriskontrollen regeln den Zugang zu Behördeneinrichtungen.

Schnellere Breitbandgeschwindigkeiten und sicherere Datenbanken sorgen für eine engere Zusammenarbeit zwischen den Polizeikräften auf internationaler Ebene. „Die Zukunft der Produkte und Dienstleistungen liegt bereits ausgebreitet vor uns und alles wird durch den Verbraucher gesteuert“, erläutert Enaud. „Alles, was bis dahin noch benötigt wird, ist die Innovation von Unternehmen und Behörden, um diesen Blick in die Zukunft Wirklichkeit werden zu lassen.“ (Steria/mc/hfu)

Über Steria
Steria bietet Business-Services, die unter Einsatz modernster Informationstechnologien Unternehmen wie Behörden ein effizienteres und profitableres Arbeiten ermöglichen. Steria verbindet die tiefgehende Kenntnis der Geschäftsmodelle seiner Kunden mit einer umfassenden Expertise in IT und Business Process Outsourcing. So gelingt es Steria, den Herausforderungen seiner Kunden mit innovativen Lösungen zu begegnen. Durch seinen kooperativen Beratungsstil arbeitet Steria eng und partnerschaftlich mit seinen Kunden zusammen, begleitet sie bei ihren Transformationsprozessen und stellt so sicher, dass sie sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren können. 19’334 Steria-Mitarbeiter in 16 Ländern stehen hinter den Systemen, Services und Prozessen, die Tag für Tag die Welt in Gang halten und berühren dabei das Leben von Millionen Menschen weltweit. 1969 gegründet, unterhält Steria heute Standorte in Europa, Indien, Nordafrika und Südostasien. Der Umsatz des Unternehmens betrug im Jahr 2010 1,69 Milliarden Euro. 20 % (*) des Kapitals sind im Besitz der Steria-Mitarbeiter. Die Gruppe mit Hauptsitz in Paris ist an der Euronext, Paris gelistet. (*): inklusive des Employees Shares Trust in Grossbritannien

Über Steria Schweiz AG
Die Steria Schweiz AG vereinigt Expertise in den Bereichen Consulting, Systemintegration sowie IT-Outsourcing und konzentriert sich auf die Wirtschaftssektoren Öffentliche Verwaltung, Finanzwirtschaft und Industrie. Das Unternehmen ist in der Schweiz mit 160 Mitarbeitern vertreten.

 



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