Stimmung in Schweizer Immobilienbranche bleibt zuversichtlich
Zürich – Die Stimmung in der Schweizer Immobilienbranche ist nach wie vor zuversichtlich. Gemessen am jährlich von KPMG erhobenen Swiss Real Estate Sentiment Index hat sie sich gegenüber dem Rekordniveau des Vorjahres aber eingetrübt. Dämpfend wirkten sich vor allem die moderateren Preiserwartungen aus.
Der Swiss Real Estate Sentiment Index (SRESI), der Einschätzungen von über 370 Immobilienexperten zur Preis- und Wirtschaftsentwicklung für die kommenden zwölf Monate abbildet, steht bei 47,5 Punkten, wie aus einer Mitteilung vom Dienstag hervorgeht. Vor einem Jahr hatte er bei 69,5 Punkten den höchsten Stand seit Messbeginn 2012 erreicht.
Der Index signalisiere jedoch weiterhin eine hohe Zuversicht am Immobilienanlagemarkt, schrieb KPMG dazu. Die Preiserwartungen bewegten sich über alle Lageklassen hinweg positiv, hätten gegenüber dem Rekordjahr 2025 aber an Dynamik verloren. Leicht negativ fielen die Einschätzungen der Befragten zur Wirtschaftsentwicklung hierzulande aus.
Nachlassende Preiserwartungen
Nachgelassen hat die Dynamik, wenn es um die Preisentwicklung geht. Der Teil-Index dazu rutschte auf 60,7 Punkte ab, nachdem er im Vorjahr bei 89,0 Stellen ein Rekordhoch erreicht hatte. Nach wie vor würden aber rund 62 Prozent der Befragten in den kommenden zwölf Monaten leicht bis stark steigende Preise erwarten, hiess es.
Weiter auf hohem Niveau liegen die Preiserwartungen für Wohnimmobilien mit 109,8 Punkten (Vorjahr: 131,0). Hier rechnen rund 90 Prozent der Befragten mit steigenden Preisen. Bei Büro- (-2,7) und Gewerbeflächen (-4,1) wird mit leichtem Preisdruck gerechnet, während die Erwartungen bei Verkaufsimmobilien (-40,2) klar negativ sind.
Deutlicher Preisanstieg in Zürich erwartet
Deutliche Unterschiede gibt es auch je nach der Lage einer Immobilie: Besonders hoch sind dabei die Preiserwartungen für städtische Zentren (88,5 Punkte) sowie Mittelzentren und Agglomerationen (76,1). Periphere Lagen bleiben mit 8,8 Punkten zwar im positiven Bereich, verlieren aber an Preispotenzial, wie es hiess.
Regional betrachtet rechnen die Befragten erneut in Zürich (104,0) mit der stärksten Preissteigerung. Höhere Preise werden auch in der Zentralschweiz (87,4) und der Genferseeregion (84,1) erwartet, während sie sich laut der Studie in Lugano (-7,9) rückläufig entwickeln können. Auch die Grossregion Tessin liegt im negativen Bereich.
Knapp bleibt indes das Angebot am Immobilienmarkt. Darauf weist der Angebotsindex für Wohnimmobilien hin, der auf -122,3 von zuvor -107,9 Punkten gefallen ist. Rund 84 Prozent der Befragten erwarten laut der Studie eine moderate bis starke Knappheit geeigneter Investitionsmöglichkeiten im Wohnsegment. Das sind fünf Prozentpunkte mehr als 2025.
Wirtschaftsaussichten bleiben verhalten
Verhalten schätzen die Immobilienexperten die Wirtschaftsentwicklung in der Schweiz ein. Der Index-Wert dazu blieb mit -5,0 Punkten leicht im negativen Bereich. Einzig Befragte aus Immobilienfonds und Versicherungen würden mit einer knapp positiven Entwicklung rechnen.
«Der Immobilienanlagemarkt bleibt trotz gedämpfter Konjunkturerwartungen robust», hielt KPMG-Experte Beat Seger in der Mitteilung fest. «Der tiefere Gesamtindex signalisiert daher keinen Stimmungsumschwung, sondern eine Normalisierung nach dem ausserordentlich starken Vorjahr.» (awp/mc/ps)