UBP: Sotschi – Die wirtschaftlichen Gewinner stehen fest

Sotschi 2014

Von Pavel Laberko, Union Bancaire Privée (UBP)

Genf – Die olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi wurden zu einem Grossteil über den russischen Staatshaushalt und die staatlich kontrollierten Banken und Unternehmen wie den Gasproduzenten Gazprom, das Ölunternehmen Rosneft, den Stromversorger Russian Grids oder die Staatsbank Sberbank finanziert. Diese Investitionen werden grosse Löcher in die Staatskasse und die Budgets dieser Firmen reissen – profitieren werden vor allem Akteure aus der Privatwirtschaft.

Auch wenn die olympischen Winterspiele noch nicht begonnen haben, die Liste der wirtschaftlichen Gewinner steht bereits heute fest. Von den olympischen Winterspielen in Sotschi werden vor allem die lokalen Industriebaubetriebe wie die börsenkotierte Mostotrest profitieren, welche sich lukrative Aufträge für den Bau von Stadien, Eisenbahnlinien und Strassen gesichert haben. Grundstückseigentümer und Hoteliers profitieren von der Wertsteigerung ihrer Grundstücke und Liegenschaften sowie von zusätzlichen Einkünften dank neuen Gästen in Sotschi und den umliegenden Urlaubsorten. Und nicht zuletzt werden russische Fluggesellschaften wie Aeroflot damit beschäftigt sein, die hohe Anzahl Besucher nach Sotschi zu bringen.

Gewinnbringende Katalysatoren
Die UBP beobachtet parallel einige Entwicklungen, die sich als gewinnbringende Katalysatoren für einzelne Sektoren herausstellen könnten. So hat die Regierung beschlossen, 2014 die Tarife für Geschäftskunden der natürlichen Monopole einzufrieren. Jüngst ratifizierte Steuersenkungen in der Ölförderung und Erschliessung neuer Felder dürfte viele Produzenten und Dienstleister in der hart umkämpften Branche begünstigen. Dies sollte auch einen merkbar positiven Effekt auf die Rentabilität derjenigen Unternehmen haben, welche einen hohen Anteil an Energie- und Transportkosten haben (z.B. Metall- und Bergbauindustrie, Agrarsektor).

Für 2014 prognostiziert Bloomberg eine Senkung der Inflationsrate auf 5.4%. Eine entsprechende Zinsreduktion durch die Zentralbank dürfte nicht nur für kapitalintensivere Geschäftsfelder positive Folgen haben, sondern generell das Wirtschaftswachstum des Landes beschleunigen. Insbesondere für die russischen Exportmärkte der Öl-, Gas-, Metall-, Düngermittel- und Agrarindustrie, werden sich die Aussichten verbessern.

Marktöffnung für internationale Investoren
Der Handel von lokalen Wertpapieren via Euroclear wird ab dem 2. Halbjahr 2014 möglich sein. Zusammen mit vorangegangenen Strukturverbesserungen wird dies den Markt für alle internationalen Investoren endgültig öffnen. Die UBP erwartet daher ein erhöhtes Interesse an russischen Werten im Mid- und Small-Cap-Bereich. Die Freilassung von Michail Chodorkowski, Pussy Riot und Greenpeace-Mitgliedern kann zudem als Schritt der Regierung in Richtung Opposition und politische Freiheit gedeutet werden – ein Signal, welches wiederum die Länderrisikoprämie senken könnte. (UBP/mc/ps)

Über Pavel Laberko
Pavel Laberko leitet seit 2010 den Bereich Russian Equities der Union Bancaire Privée. Er ist seit über 16 Jahren Experte für russische Aktien und verfügt über mehr als 8 Jahre Erfahrung als Finanzanalyst.

Über UBP
Die Union Bancaire Privée (UBP) mit Hauptsitz in Genf ist eine der führenden und bestkapitalisierten Privatbanken der Schweiz mit einer Eigenmittelausstattung (Tier 1) von 29%. Sie verwaltet die Vermögen privater und institutioneller Kunden, die sich per 31. Dezember 2013 auf CHF 87,7 beliefen. Die UBP Gruppe ist in mehr als 20 Zweigstellen mit ca. 1’350 Mitarbeitenden vertreten.

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