Umfrage der Gewerkschaften: 85 Prozent wollen Mindestlohn

Paul Rechsteiner

SGB-Präsident Paul Rechsteiner.

Bern – Der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) rührt die Werbetrommel für seine Mindestlohn-Initiative. Er untermauert seine Forderung mit einem eigenen Expertenbericht und einer Umfrage im Auftrag von SGB und Unia. Kommende Woche will er Aktionstage durchführen.

In der laut SGB repräsentativen Befragung des Meinungsforschungsinstituts Link sprachen sich 85% der Befragten für gesetzliche Mindestlöhne aus, dies als Mittel gegen Probleme mit Tieflöhnen, wie der SGB am Dienstag mitteilte.

4’487 Franken ein «fairer Mindestlohn»
Als fairen Mindestlohn für eine Vollzeitstelle gaben die Befragten im Mittel 4’487 CHF an. Das sind rund 500 CHF mehr als die Initiative «Für den Schutz fairer Löhne» verlangt. Zudem sind 70% der Befragten überzeugt, dass in der Schweiz «viele oder sehr viele Menschen» nicht von ihrer Vollzeit-Arbeit leben können. Erreicht werden sollen flächendeckende Mindestlöhne in erster Linie mit Gesamtarbeitsverträgen (GAV) und nicht über das Gesetz. Das Volksbegehren fordert einen gesetzlichen Mindestlohn von 22 CHF pro Stunde. Bei 40 Wochenstunden wären das monatlich 3’800 CHF, bei 42 Stunden 4000 CHF.

«Zwischenspurt» beim Unterschriftensammlung
Gemäss dem ebenfalls am Dienstag vom SGB vorgelegten Expertenbericht sind Mindestlöhne in Europa und auch in der Schweiz im Kommen. Sie seien ein wirksames Instrument gegen Lohndruck und gegen das Unterbieten von Löhnen. Bisher unterschrieben rund 80’000 Stimmberechtigte die Mindestlohn-Initiative des SGB. Die Sammelfrist, um die nötigen 100’000 Unterschriften zusammenzubekommen, dauert bis 25. Juli 2012. Für einen «Zwischenspurt» beim Sammeln will der SGB vom 30. Juni bis zum 2. Juli Aktionstage durchführen. (awp/mc/ps)

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