UN-Konferenz «Rio+20» ruft zum Kurswechsel auf

Ban Ki Moon

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon.

Rio de Janeiro – Die Vereinten Nationen sehen in der UN-Konferenz «Rio+20» eine historische Chance, die Welt auf einen Kurs zu mehr Nachhaltigkeit zu bringen. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon spricht von einem wichtigen Meilenstein. Gastgeber Brasilien verweist auf die Verantwortung für künftige Generationen. «Wenn wir mit Kraft und Mut die Änderung angehen, erkämpfen wir uns das Recht, etwas viel Besseres zu erwarten», sagte Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff am Mittwoch bei der Konferenz, an der über 100 Staats- und Regierungschefs teilnehmen.

Der Gipfel will am Freitag eine Deklaration mit dem Titel «Die Zukunft, die wir wollen» verabschieden. Vor allem den Europäern geht die Erklärung in einigen Punkten nicht weit genug. Brasiliens Gipfelkoordinator Luiz Alberto Figueiredo betonte mit Blick auf weitergehende Ansprüche: «Man kann nicht ehrgeizigere Aktionen fordern und keinen Ehrgeiz bei der Finanzierung haben. Man muss Geld auf den Tisch legen.» Ansonsten sei dies «zumindest unstimmig».

«Der Hammer in Rio de Janeiro ist gefallen»
Der vorliegende Text wird nach allgemeiner Einschätzung ohne Veränderungen bei dem Gipfel angenommen werden. «Das Dokument von «Rio+20» ist in den Verhandlungen schon abgeschlossen. Der Hammer in Rio de Janeiro ist gefallen», sagte Mexikos Umweltminister Juan Rafael Elvira Quesada der Nachrichtenagentur dpa. Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) sieht in dem Text eine «tragfähige Grundlage». Es zeichne sich ab, dass die grosse Mehrheit der Staaten damit leben könne.

Konzept einer «Green Economy» zentral
In der rund 50 Seiten starke Deklaration heisst es unter anderem: «Die Beseitigung der Armut ist die grösste globale Herausforderung, vor der die Welt heute steht, und unverzichtbare Bedingung für nachhaltige Entwicklung.» Eine zentrale Rolle spielt in dem Dokument das Konzept einer «Green Economy» (grünen Ökonomie). Zudem soll ein Prozess zur Entwicklung von Nachhaltigkeitszielen angeschoben werden. Umweltschutzorganisationen halten den Gipfel für gescheitert, da es beim Meeres- oder Waldschutz keine Fortschritte gebe. Auch fehlten in dem Text klare Ziele und Fristen. (awp/mc/ps)

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